Das Wasser des Lebens (nur Märchen)
Shownotes
✨ Die Märchentante | Märchenhörbuch zum Einschlafen, Folge 252
In dieser Montagsfolge hörst Du das Märchen „Das Wasser des Lebens“ als ruhiges Hörbuch zum Einschlafen, ohne Abendmeditation vorneweg.
Diesmal erwartet Dich ein klassisches Märchen der Brüder Grimm. Anders als sonst lese ich die Geschichte nicht in einer freien Nacherzählung, sondern in der ursprünglichen Märchenversion vor. So darf diese Folge ein wenig altertümlicher klingen.
Ein kleiner Hinweis: Grimm-Märchen stammen aus einer anderen Zeit und sind sprachlich manchmal direkter und rauher als moderne Gute-Nacht-Geschichten. Diese Folge ist ruhig erzählt und richtet sich aber eher an Hörerinnen und Hörer, die klassische Märchen in ihrem ursprünglicheren Stil mögen, oder zur Abwechslung hören möchten. Wie immer bei der Märchentante darfst Du Dir sicher sein: Auch dieses Märchen geht am Ende gut aus.
In „Das Wasser des Lebens“ machen sich drei Königssöhne auf den Weg, um ein heilendes Wasser zu finden, das ihren kranken Vater retten soll. Doch nicht jeder, der aufbricht, ist auch bereit zuzuhören, zu helfen und den richtigen Weg zu erkennen.
So entfaltet sich ein klassisches Grimm-Märchen über Mut, Vertrauen, Mitgefühl und die Frage, warum manchmal gerade die Stillen und Unterschätzten den Weg finden, den andere übersehen.
Die Geschichte wird ruhig erzählt und von sanften Klängen begleitet – zum Abschalten, Entspannen und Einschlafen.
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Transkript anzeigen
00:00:02: das Wasser des Lebens, ein Märchen der Brüder Grimm.
00:00:15: Es war einmal ein König – er war krank und niemand glaubte, dass er mit dem Leben davon käme.
00:00:29: Er hatte aber drei Söhne, die waren darüber betrübt, gingen hinunter in den Schlossgarten und weinten.
00:00:45: Da begegnete ihnen ein alter Mann, der fragte sie nach ihrem Kummer.
00:00:54: Sie sagten ihm, ihr Vater wäre so krank dass er wohl sterben würde.
00:01:01: Denn es wollte ihm nichts helfen.
00:01:07: Da sprach der Alte Ich weiß ein Mittel Das ist das Wasser des Lebens.
00:01:17: Wenn er davon trinkt So wird er wieder gesund.
00:01:23: Es isst aber schwer zu finden.
00:01:32: Der Hälteste sagte ich will es schon finden.
00:01:40: ging zum Krankenkönig und wahrt ihn.
00:01:44: Er möchte ihm erlauben, auszuziehen um das Wasser des Lebens zu suchen denn das könne ihn allein heilen!
00:02:01: Nein, brach der König.
00:02:06: die Gefahr dabei ist zu groß.
00:02:10: lieber will ich sterben aber so lange bis der Königeinwilligte.
00:02:25: der Prinz dachte in seinem Herzen, bringe ich das Wasser?
00:02:33: So bin ich bei meinem Vater der Liebste.
00:02:37: Und erbe das Reich!
00:02:44: Also machte er sich auf und als er eine Zeit lang fortgeritten war stand da ein Zwerg auf dem Wege.
00:02:57: Der rief ihn an und sprach Wo hinaus?
00:03:03: so geschwind, dummer Knirps, sagte der Prinz ganz stolz Das brauchst du nicht zu wissen.
00:03:18: Und ritt weiter, das kleine Männchen aber war zornig geworden und hatte einen bösen Wunsch getan.
00:03:36: Der Prinz geriet bald her nach in eine Bergschlucht und je weiter er ritt, je enger taten sich die Berge zusammen – und endlich wart der Weg so eng, dass er keinen Schritt weiter konnte!
00:04:02: Es war nicht möglich, das Pferd zu wenden oder aus dem Sattel zu steigen.
00:04:11: Und er saß da wie eingesperrt.
00:04:20: der kranke König wartete lange Zeit auf ihn aber er kam nicht sagte der zweite Sohn Vater lasst mich ausziehen und das Wasser suchen und dachte bei sich ist mein Bruder tot So fällt das Reich mir zu.
00:05:04: Der König wollte ihn anfangs auch nicht ziehen lassen, endlich gab er nach.
00:05:18: Der Prinz zog also auf demselben Weg fort den sein Bruder eingeschlagen hatte und begegnete auch dem Zwerg der ihn anhielt und fragte wohin er so eilig wollte?
00:05:40: Kleiner Knirps!
00:05:43: sagte der Prinz, das brauchst du nicht zu wissen und tritt fort.
00:05:52: Ohne sich weiter umzusehen, der Zwerg verwünschte ihn und ergeriet wieder andere in eine Bergschlucht und konnte nicht vorwärts-und rückwärz.
00:06:21: So geht's aber den Hochmütigen.
00:06:32: als auch der zweite Sohn ausblieb so erbot sich der Jüngste auszuziehen und das Wasser zu holen.
00:06:45: Und der König musste ihn endlich ziehen lassen, als er dem Zwerg begegnete – und dieser fragte, wohin er so eilig wolle?
00:07:05: So hielt er an, gab ihm Rede und Antwort und sagte Ich suche das Wasser des Lebens!
00:07:17: Denn mein Vater ist sterbenskrank.
00:07:26: Weißt du auch, wo es zu finden ist?
00:07:34: sagte der Prinz.
00:07:38: Weil Du Dich betragen hast wie sich's geziemt nicht übermütig wie Deine falschen Brüder so will ich Dir Auskunft geben und Dir sagen, wie Du zu dem Wasser des Lebens gelangst.
00:07:56: Es quillt aus einem Brunnen in dem Hofe eines verwünschten Schlosses aber Du dringst nicht hinein, wenn ich dir nicht eine eisame Route gebe und zwei Leiberchen Brot.
00:08:17: Mit der Route schlag drei Mal an das eiserne Tor des Schlosses so wird es aufspringen.
00:08:28: Innenwändig liegen zwei Löwen die den Rachen aufsperren.
00:08:36: Wenn du aber jedem ein Brot hineinwirfst So werden sie still.
00:08:44: Und dann?
00:08:45: eile dich und hol von dem Wasser des Lebens, bevor es zwölf schlägt.
00:08:54: Denn sonst schläg das Tor wieder zu!
00:08:59: Und du bist eingesperrt – der Prinz dankte ihm, nahm die Rute und die Brote und machte sich auf den Weg.
00:09:24: Und als er anlangte war alles so wie der Zwerg gesagt hatte, dass Tor sprang beim dritten Routenschlag auf und als er die Löwen mit dem Brot gesänftigt hatte, trat er in das Schloss.
00:09:54: Und kam in einen großen schönen Saal.
00:10:01: Darin saßen verwünschte Prinzen, denen zog er die Ringe vom Finger, dann lagte ein Schwert – und ein Brot, das nahm er weg!
00:10:21: Und weiter kam er in ein Zimmer, darin stand eine schöne junge Frau.
00:10:31: Die freute sich als sie ihn sah, küsste ihn und sagte Er hätte sie erlöst und sollte ihr ganzes Reich haben.
00:10:47: Und wenn er in einem Jahr wieder käme so sollte ihre Hochzeit gefeiert werden, sagte sie ihm auch oder Brunnen wäre mit dem Lebenswasser.
00:11:06: Er müsse sich aber eilen und daraus schöpfen, eh es zwölf Schlüge ging er weiter und kam endlich in ein Zimmer wo ein schönes frisch gedecktes Bett stand.
00:11:28: und weil er müde war wollte er erst ein wenig ausruhen.
00:11:38: also legte er sich und schlief ein.
00:11:52: als er erwachte Schlug es dreiviertel auf zwölf.
00:12:00: Da sprang er ganz erschrocken auf, lief zum Brunnen und schöpfte daraus mit einem Becher der daneben stand, ereilte das Erford kam wie er eben zum eisernen Tor hinaus ging.
00:12:23: da schlug es zwölfe Und das Tor schlugg heftig zu!
00:12:35: Er war froh dass er das Wasser des Lebens erlangt hatte, ging heimwärts und kam wieder an den Zwerg vorbei.
00:12:52: Als dieser das Schwert und das Brot sah, sprach er – Damit hast du großes Gut gewonnen!
00:13:04: Mit dem Schwert kannst du ganze Heere schlagen Und das Brott wird niemals All.
00:13:18: Der Prinz wollte ohne seine Brüder nicht zum Vater nach Hause kommen.
00:13:25: Und sprach, lieber Zwerg, kannst du mir nicht sagen wo meine zwei Brüder sind?
00:13:34: Sie sind früher als ich nach dem Wasser des Lebens ausgezogen und sind nicht wiedergekommen.
00:13:46: Zwischen zwei Bergen stecken sie eingeschlossen, sprach der Zwergg.
00:13:55: Dahin habe ich sie verwünscht weil sie so übermütig waren.
00:14:04: Da bat der Prinz so lange bis der Zwerg sie wieder losließ.
00:14:12: Aber er warnte ihn und sprach, hüte dich vor ihnen – Sie haben ein böses Herz!
00:14:29: Als seine Brüder kamen, freute er sich und erzählte ihnen wie es ihm ergangen wäre, dass er das Wasser des Lebens gefunden und einem Becher voll mitgenommen Eine schöne Prinzessin erlöst hätte, die wollte ein Jahr lang auf ihn warten.
00:14:54: Dann sollte Hochzeit gehalten werden und er bekäme ein großes Reich!
00:15:08: Ritten sie zusammen fort und gereden in ein Land wo Hunger und Krieg war – und der König glaubte schon Er müsste verderben.
00:15:24: so groß war die Not.
00:15:29: Da ging der Prinz zu ihm und gab ihm das Brot, womit er sein ganzes Reich speiste und setdichte.
00:15:42: Und dann gab ihm der Prinz auch das Schwert – damit schlug er die Heere seiner Feinde und konnte nun in Ruhe und Frieden leben!
00:16:04: Da nahm der Prinze ein Brot und Schwert wieder zurück und die drei Brüder ritten weiter.
00:16:21: Sie kamen aber noch in zwei Länder, wo Hunger und Krieg herrschten.
00:16:29: Und da gab der Prinz den Königen jedes Mal sein Brot und Schwert – und hatte nun drei Reiche gerettet.
00:16:43: Und danach setzten sie sich auf ein Schiff und fuhren übers Meer.
00:16:58: Während der Fahrt, das sprachen die beiden Ältesten unter sich Der Jüngste hat das Wasser des Lebens gefunden.
00:17:10: Und wir nicht!
00:17:12: Dafür wird ihm unser Vater das Reich geben, dass uns gebührt und er wird uns unser Glück
00:17:20: wegnehmen.".
00:17:26: Da wurden sie rachsüchtig und verabredeten miteinander, daß sie ihn verderben wollten.
00:17:39: Sie warteten bis er einmal fest eingeschlafen war.
00:17:47: Da gossen sie das Wasser aus dem Becher und nahmen es für sich.
00:17:56: Ihm aber gossen sie bitteres Meerwasser hinein, als sie nun daheim ankamen, brachte der Jüngste dem kranken König seinen Becher, damit er daraus trinken und gesund werden konnte.
00:18:27: Kaum hatte er ein wenig von ne bitteren Meerwasser getrunken, so wart er noch kränker – also zuvor!
00:18:40: Und wie er darüber jammerte, kamen die beiden ältesten Söhne und klagten den Jüngeren an.
00:18:49: Er hätte ihn vergiften wollen!
00:18:53: Sie brechten ihm das rechte Wasser des Lebens – und reichten es ihm.
00:19:05: Kaum hatte er davon getrunken so fühlte er seine Krankheit verschwinden und war stark und gesund wie in seinen jungen Tagen.
00:19:20: Danach gingen die beiden zu dem Jüngsten, verspotteten ihn und sagten.
00:19:28: Du hast zwar das Wasser des Lebens gefunden aber du hast den Mühe gehabt und wir den Lohn!
00:19:36: Du hättest klüger sein und die Augen aufbehalten sollen.
00:19:41: Wir haben es dir genommen während du auf dem Meere eingeschlafen warst und übers Jahr da holt sich einer von uns die schöne Königstochter.
00:19:55: Aber hüte dich, dass du nichts davon verrätst.
00:20:00: Der Vater glaubt dir doch nicht!
00:20:03: Und wenn du ein einziges Wort sagst, so sollst du oben dreien dein Leben verlieren.
00:20:12: Schweigst du aber?
00:20:14: So soll es dir geschenkt
00:20:16: sein.".
00:20:23: Der alte König war Zornig über seinen jüngsten Sohn und glaubte er hätte ihm nach dem Leben getrachtet.
00:20:36: Also ließ er den Hof versammeln und das Urteil über ihn sprechen, dass er heimlich sollte erschossen werden.
00:20:53: Als der Prinz nun einmal auf die Jagd tritt und nichts Böses vermutete, musste des Königs Jäger mitgehen.
00:21:07: draußen als sie ganz allein im Wald waren – und der Jägar so traurig aussah, sagte der Prinze zu ihm Lieber Jäger, was fehlt dir?
00:21:27: Der Jägersprach.
00:21:31: Ich kann's nicht sagen und soll es doch!
00:21:37: Da sprach der Prinz.
00:21:40: Sage heraus, was es ist – ich will es dir verzeihen.
00:21:47: Ach, sagte der Jägger.
00:21:52: Ich soll euch tot schießen.
00:21:54: Der König hat es mir befohlen.
00:22:02: Erschragte Prinz und sprach, lieber Jägar Lass mich leben!
00:22:12: Da gebe ich dir mein königliches Kleid.
00:22:16: Gib mir dafür dein
00:22:18: schlechtes.".
00:22:22: Der Jäger sagte, das will ich gerne tun – Ich hätte doch nicht noch euch schießen können.
00:22:35: Da tauschten sie die Kleider und der Jägar ging heim.
00:22:42: Der Prinz aber ging weiter in den Wald hinein über eine Zeit.
00:23:00: Da kamen zu dem alten König drei Wagen mit Gold und Edelsteinen für seinen jüngsten Sohn.
00:23:11: Sie waren aber von den drei Königen geschickt, die mit des Prinzen Schwerts die Feinde geschlagen – und mit seinem Brot ihr Land ernährt hatten!
00:23:25: Und die sich dankbar bezeigen wollten, da dachte der alte König, sollte mein Sohn unschuldig gewesen sein?
00:23:41: und sprach zu seinen Leuten, wäre er doch noch am Leben.
00:23:47: Wie tut es mir so leid, dass ich ihn habe töten lassen?
00:23:56: Er lebt noch, sprach der Jäger.
00:24:02: Ich konnte's nicht übers Herz bringen, euren Befehl auszuführen – und sagte dem König wie es zugegangen war.
00:24:16: Da fehl' dem Könige ein Stein vom Herzen!
00:24:21: Und er ließ in allen Reichen verkünden Sein Sohn dürfte wiederkommen und soll in Gnaden aufgenommen werden.
00:24:37: Die Königstochte aber ließ eine Straße vor ihrem Schloss machen, die war ganz golden und glänzend – und sie sagte ihren Leuten, wer darauf geradewegs zu ihr geritten käme, das wäre der Rechte!
00:25:01: Und den sollten Sie
00:25:03: einlassen.".
00:25:07: Wer aber daneben käme, der wäre der Rechte nicht und den sollten sie auch nicht einlassen.
00:25:20: Als nun die Zeit bald herum war dachte der Älteste.
00:25:27: er wollte sich eilen zur Königstochter gehen und sich für ihren Erlöser ausgeben.
00:25:36: da bekäme er sie zu gemahlen und das Reich dazu.
00:25:46: also ritt er fort Und als er vor das Schloss kam und die schöne, goldene Straße sah, dachte er – Das wäre ja mal schade, wenn du darauf rittest.
00:26:08: Er lenkte ab und ritt rechts nebenher.
00:26:15: Wie er aber vor das Tor kam, sagten die Leute zu ihm – Er wäre der Rechte nicht!
00:26:24: Er sollte wieder fortgehen.
00:26:31: Bald darauf machte sich der zweite Prinz auf Und wie der zur goldenen Straße kam und das Pferd einen Fuß darauf gesetzt hatte, dachte er.
00:26:49: Es wäre ja mal schade!
00:26:51: Das könnte etwas abtreten, lenkte ab und ritt links nebenher.
00:27:05: Wie er aber vor das Tor kam, sagten die Leute – Er wäre der Rechte nicht.
00:27:14: Er sollte wieder fortgehen.
00:27:23: als nun das Ja Ganz herum war, wollte der Dritte aus dem Wald vor zu seiner liebsten Reiten und bei ihr sein Leid vergessen.
00:27:41: Also machte er sich auf und dachte immer an sie und wäre gerne schon bei ihr gewesen – und sah die Goldene Straße gar nicht!
00:27:58: Der Ritz seien fährt mitten darüber und als er vor das Tor kam war es aufgetan und die Königstochter empfing ihn mit Freuden.
00:28:15: Und sagte, er wäre ihr Erlöser – und daher des Königs Reichs!
00:28:30: Nun wart die Hochzeit gehalten mit großer Glückseligkeit, und als sie vorbei war, erzählte sie ihm, dass sein Vater ihn zu sich erboten und ihm verziehen hatte.
00:28:53: Der ritt er hin und sagte ihm alles, wie seine Brüder ihn betrogen.
00:29:02: Und er doch dazu geschwiegen hätte.
00:29:12: Aber sie hatten sich aufs Meer gesetzt, waren fortgeschifft und kamen ihr Lebtag nicht wieder.
00:29:34: der jüngste Bruder und die Königstochter lebten glücklich und in Frieden!
00:29:48: Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben Sie auch heute noch.
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