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Das Waldhaus (nur Märchen)

Shownotes

Drei Schwestern verirren sich nacheinander im großen, stillen Wald. Weit zwischen den dunklen Baumstämmen leuchtet ein kleines Licht, und dahinter wartet ein stilles Waldhaus, in dem ein alter Mann mit seinen Tieren wohnt.

🎧 Dies ist die Montagsversion, nur das Märchenals Hörbuch ohne Meditation.
Perfekt zum Nachhören, wenn Du gestern beim Einschlafen das Ende verpasst hast. 😄
Du möchtest einen wundervollen Abschluss für Deinen Tag? Die Sonntagsfolge mit Abendroutine und Meditation findest Du hier: 256 Das Waldhaus (Abendroutine & Märchen)

Was im Märchen passiert:
Die Schwestern finden dort Unterschlupf, doch während die beiden Älteren nur an sich denken, kümmert sich die Jüngste zuerst um die Tiere...

Ein klassisches Waldmärchen frei nach den Brüdern Grimm, auf Wunsch einer Hörerin sanft und behutsam zum Einschlafen erzählt von Alexandra Matthes.

Wie immer wird zum Schluss alles gut. ✨


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Redaktion & Sprecherin: Alexandra Matthes
Musikalische Untermalung: Haegar Deutsch, www.haegar.live
www.diemaerchentante.de

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Transkript anzeigen

00:00:02: Das Waldhaus, ein Märchen frei nach den Brüdern Grimm.

00:00:14: Es war einmal vor viel vielen Jahren ein armer Holzhauer.

00:00:23: Er lebte mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in einer kleinen Hütte ganz am Rand eines großen stillen Waldes.

00:00:36: Der Wald war so dicht und soweit dass man darin leicht den Weg verlieren konnte.

00:00:43: Selbst wenn man ihn schon hundertmal gegangen war, eines Morgens als die Sonne noch tief stand und der Tau noch auf dem Gras glitzerte, machte sich der Holzhauer auf den Weg in den Wald.

00:01:10: an der Türschwelle drehte er sich noch einmal um und sagte zu seiner Frau, schick mir heute Mit dem Mittagessen nach.

00:01:23: Und, damit sie sich nicht verehrt, nehme ich einen Beutel mit Hirsekörnern und streue Sie auf den Weg!

00:01:34: Die hellen Körner wird sie gut sehen können – sie werden sie zu mir

00:01:40: führen.".

00:01:43: Seine Frau nickte.

00:01:46: Und die älteste Tochter stand währenddessen schon in der Küche und rührte die Suppe.

00:01:58: als die Sonne Hoch über den Baumwippeln stand und ihre Barmen strahlen durch das Blätterwerk barf, machte sich das Mädchen auf dem Weg.

00:02:15: Sie trug einen Korb mit einem Töpfchen warmer Suppe – und ein Stück Brot!

00:02:26: Die Augen hatte sie auf den Boden gerichtet und suchte nach den kleinen hellen Körnern aber kaum war sie im Wald war die Körnerspur verschwunden.

00:02:46: Die Waldsperlinge, die Finken-Amseln und Zaysinge hatten alle die Hirsekörner längst aufgepickt.

00:02:57: Das Mädchen schaute sich um.

00:03:02: Rechts standen hohe Bäume.

00:03:06: Links standen hoch Bäume vorne hinten überall nur Wald.

00:03:20: Sie lief ein Stück in diese Richtung Dann ein Stück in Jene.

00:03:27: Sie rief nach ihrem Vater, aber der Wald trug ihre Stimme fort.

00:03:38: Langsam – ganz langsam wurde der Wald dunkler!

00:03:48: Die Sonne versank hinter den Bäumen die Schatten wuchsen und wuchsten bis alles in Dämmerung lag.

00:04:04: da raschelte es in den Ästen.

00:04:07: eine Eule begann zu rufen.

00:04:13: Das Mädchen spürte, wie ihr Herz ein wenig schneller schlug.

00:04:22: Aber dann, weit in der Ferne zwischen den dunklen Stämmen – Ein Licht, ein warmes, goldenes Licht.

00:04:38: Dort wohnen Menschen, dachte das Mädchen.

00:04:44: Die werden mich bestimmt über Nacht aufnehmen!

00:04:53: Sie ging auf das Licht zu, stieg durch Fahne und über Wurzeln Und bald stand sie vor einem kleinen Haus.

00:05:11: Vor dem Haus lag ein weiter Waldsee, in dem sich die Lichter der Fenster spiegelten.

00:05:21: Barm und hell!

00:05:23: In der Dunkelheit.

00:05:29: das Mädchen klopfte an – Herr Rhein rief eine raue Stimme.

00:05:40: Sie trat ein und klopfe an die Stubentür.

00:05:48: Nur Herr Rhein rief die Stimme wieder.

00:05:53: Als sie öffnete, sah sie einen alten eiskrauen Mann an einem Tisch sitzen.

00:06:04: Er hatte sein Gesicht in beide Hände gestützt und sein weißer Bart floss ihm über den Tisch fast bis zur Erde.

00:06:17: am Ofen aber lagen drei Tiere sanft und still ein Hühnchen mit weißem Gefieder Ein Hähnchen, das den Kopf schläfrig zur Seite geneigt hatte und eine gefleckte Kuh die ruhig kaute und mit ihren großen dunklen Augen blinzelte.

00:06:55: Das Mädchen erzählte dem Alten wie sie sich verehrt hatte und bat um ein Nachtlager.

00:07:06: der Mann nickte langsam und wandte sich an seine Tiere.

00:07:15: Schön Händchen und du schöne bunte Kuh.

00:07:20: Was?

00:07:21: Sagt ihr dazu, machte es Und das hieß wohl so viel wie Ja Sie kann bleiben Hier ist Hülle und Fülle, sagte der Alte.

00:07:45: Geh in die Küche und koche uns ein Abendessen.

00:07:52: Das Mädchen fand in der Küche alles was man sich wünschen konnte.

00:07:59: Es kochte eine gute Speise dampfend und duftend, und stellte diese auf den Tisch.

00:08:10: Dann setzte sie sich zum Alten und aß bis sie satt war.

00:08:19: an die Tiere dachte sie dabei nicht.

00:08:26: als sie müde wurde fragte sie wo ist ein Bett in das ich mich legen kann?

00:08:36: der alte zeigte zur Treppe oben findest Du eine Kammer mit zwei Betten schüttelte die Kissen auf und decke sie mit frischen Leinen.

00:08:54: Das Mädchen bezog jedoch nur das eine Bett, und legte sich hinein.

00:09:02: Schnell schlief sie ein.

00:09:16: nach einer Weile kam der Alte mit einem Licht die Treppe hinauf.

00:09:23: Er beleuchtete das schlafende Mädchen, schückelte langsam den Kopf öffnete eine Falttür im Boden und ließ es sacht in den Keller hinab.

00:09:50: Am nächsten Morgen, in der Hütte des Holzhauers, machte sich die Mutter Sorgen.

00:10:00: Sie hat sich wohl verehrt, sagte sie, und ihr Mann antwortete, morgen kommt sie sicher wieder!

00:10:18: Am nächsten Tag schickte der Holzhauer die zweite Tochter im Mittagessen zu bringen – diesmal nahm er Linsen mit.

00:10:31: Die wird man besser sehen, sagte er.

00:10:38: Aber die Waldvögel pickten auch die Linsen auf – eine nach der anderen und so geschah mit der zweiten Tochter dasselbe wie mit der ersten.

00:10:59: Sie verehrte sich, fand das Walthaus, aß mit dem Alten, vergasst die Tiere und als sie schlief ließ der Alte sie in den Keller zu ihrer Schwester herab.

00:11:28: Am nächsten Morgen säufste der Holzhauer tief, dann muss heute wohl unsere Jüngste gehen – die Mutter erschrak!

00:11:45: Soll ich mein jüngstes Kind auch noch verlieren?

00:11:50: Hab keine Sorge, sprach der Vater sanft.

00:11:56: Unser Jüngster ist klug und hat ein gutes

00:11:59: Herz.".

00:12:03: Er nahm diesmal Erbsen mit.

00:12:07: Die sind groß und rund, Und die sieht man gut!

00:12:13: Aber als das jüngste Mädchen in den Wald trat, Hatten die Waldvögel die Erbsens schon längst im Kopf.

00:12:24: Keine Einzige war übrig – Das Mädchen stand mitten im Wald und wusste nicht wohin.

00:12:39: Sie dachte an Ihren Vater der Hungrich auf sie wartete.

00:12:46: Sie dachte an ihre Mutter, die sich sorgen würde und sie dachte an Ihre Schwestern, die irgendwo da draußen sein mussten.

00:13:02: Sie lief hierhin und dorthin, rief die Bäume, lauschte der Stille aber der Wald gab keine Antwort.

00:13:21: dann brach die Nacht herein leise und weich wie ein dunkles Tuch In den Bäumen raschelte es.

00:13:44: Irgendwo rief ein Kreuzchen und dann, weit hinten zwischen den Stämmen – ein Licht!

00:14:00: Das Mädchen atmete tief durch und ging darauf zu.

00:14:09: Bald stand sie vor dem kleinen Haus am Waldsee mit den hell erleuchteten Fenstern.

00:14:19: Sie klopfte an «Herein», rief die raue Stimme.

00:14:29: Das Mädchen öffnete die Tür, trat in die Stube und sah den alten eiskrauen Mann an Tisch.

00:14:41: Den bat bis fast auf der Erde – die drei Tiere still am Ofen!

00:14:54: Sie verneigte sich freundlich und erzählte wie sie sich verehrt hatte.

00:15:04: Der Alte fragte seine Tiere schön Hündchen, schön Händchen Und du schöne bunte Kuh.

00:15:14: Was?

00:15:15: Sagt ihr dazu, sagten die Tiere.

00:15:26: Hier ist Hülle und Fülle, sprach der Alte.

00:15:32: Koch uns einen Abendessen!

00:15:37: Das Mädchen ging zur Feuerstelle – und bevor es auch nur einen Topf anrührte, knete es sich zu den Tieren am Ofen.

00:15:53: Sie strich dem Hühnchen über das weiße glatte Gefieder Ganz langsam, das Hühnchen schloss die Augen und schmiegte sich an die Hand.

00:16:10: Dann strich sie dem Hähnchen über den Rücken – und das Hähhnchen gluckste leise und zufrieden.

00:16:23: Und schließlich kraulte sie der bunten Kuh die Wangen dann sanft bis sie ku tief und zu friedensäufzte.

00:16:39: Ihr müsst Hunger haben!

00:16:42: sagte das Mädchen.

00:16:45: Wartet, ich sorge für euch!

00:16:51: Sie fand Gerste im Vorrat und streute diese vor Hühnchen und Hähnchen.

00:17:01: Dann trug sie der Kuh einen ganzen Arm voll Duften des Heu herein – und einen Eimer frisches Wasser.

00:17:13: Hühhnchen und Hähnchen tranken, steckten den Schnadel ins Wasser, hoben den Kopf und ließen das Wasser die Kehle hinunterinnen.

00:17:27: und die bunte Kuh, trank in langen behaglichen Zügen.

00:17:35: Lass es euch schmecken ihr Lieben!

00:17:39: sagte das Mädchen.

00:17:44: Dann kochte sie eine gute duftende Suppe.

00:17:51: Sie trug diese an den Tisch und stellte sie vor dem alten Mann.

00:18:00: Als sie alles aufgeräumt hatte und sich setzte sah sie dass der Alte einen großen Teil der Suppe für sie aufgespart hatte.

00:18:13: Sie aß von dem, was übrig geblieben war und war dankbar dafür.

00:18:27: als Hühnchen und Hähnchen die Köpfe zwischen den Flügel steckten und die bunte Kuh schläfrig mit den Augen zu blinzeln begann beugte sich das Mädchen vor und fragte mit einem Lächeln schön Hühhnchen, schön Hähnnchen Und du schöne, bunte Kuh.

00:18:53: Was sagt ihr dazu?

00:18:55: – sagten die Tiere und sie schienen zu flüstern.

00:19:09: Du hast mit uns gegessen!

00:19:11: Du hast getrunken!

00:19:14: Du hasst uns alle wohl bedacht.

00:19:18: Wir wünschen dir eine gute Nacht.

00:19:28: Das Mädchen stieg die Treppen hinauf, schüttelte die Federkissen auf, deckte beide Decken mit frischem Leinen.

00:19:40: Der Alte kam nach, legte sich in sein Bett und sein weißer Bad.

00:19:49: Reichte ihm bis fast an die Füße – das Mädchen legte sie sich in das andere.

00:20:04: Sie faltete die Hände, dachte noch einmal an ihre Mutter, ihren Vater und die Schwestern und schlief ein und es schliff ruhig tief und fest, bis es Mitternacht war begann etwas zu geschehen.

00:20:46: In den Wänden fing es an zu knistern.

00:20:52: erst ganz leise kaum hörbar dann immer lauter.

00:21:04: eine Tür sprang auf die Balken stöhnten als würden sie sich aus langen Jahren lösen.

00:21:17: Dann donnerte er es und krachte Als würde das ganze Haus sich schütteln, als würde es sich von einer alten Hülle befreien.

00:21:34: Das Mädchen horchte – sie hatte keine Angst!

00:21:42: Irgendetwas in ihr wusste, dass das was geschah gut war wie eine Last die abfällt, wie ein langer befreiender Atem.

00:22:01: und dann stille ganz tiefe stille.

00:22:13: Das Mädchen schlief weiter, tief und fest.

00:22:26: Als am Morgen das Sonnenlicht durch die Fenster fiel, öffnete sie die Augen – Sie lag in einem großen hellen Saal.

00:22:43: Rings um sich sah sie goldene Blumen auf grünem Seidengrund, die an den Wänden in die Höhe wuchsen.

00:22:57: Das Bett war groß und fein Die Decke aus rotem Sand, auf einem goldenen Stuhl.

00:23:08: neben dem Bett stand ein paar Pantoffeln mit Perlen bestickt.

00:23:18: Das Mädchen setzte sich auf und rieb sich die Augen.

00:23:25: drei Diener in kostbarer Kleidung, tratten ein und verneigten sich tief.

00:23:37: Was wünscht ihr?

00:23:41: Ich muss aufstehen!

00:23:44: sagte das Mädchen.

00:23:45: etwas Verlegen und die Tiere füttern, und dem Alten eine Suppe kochen.

00:23:56: Sie sah sich nach dem anderen Bett um – aber da lag kein alter grauer Mann!

00:24:07: Da lag ein junger Mann mit hellem Haar der gerade seine Augen öffnete.

00:24:18: Er lächelte als er erwachte und richtete sich auf.

00:24:31: Bin ein Königssohn, sagte er.

00:24:37: Eine böse Hexe hat mich verwünscht.

00:24:41: Ich sollte als alter grauer Mann in diesem Waldhaus leben, bis der Bann gebrochen würde.

00:24:49: Meine drei Diener waren mit mir verwünscht.

00:24:53: Sie lebten als Hühnchen, Hähnchen und als bunte Kuh mit mir im Haus Und der Bannen konnte nur fallen wenn ein Mädchen käme Dass so gütig wäre dass es nicht nur den Menschen sondern auch den Tieren sein Herz öffnet.

00:25:19: Er sah sie an, ruhig und warm.

00:25:26: Du bist dieses Mädchen!

00:25:29: Heute Nacht um Mitternacht ist der Bann gebrochen – das Waldhaus ist wieder mein Schloss.

00:25:41: Das Mädchen schwieg einen Moment und schaute aus dem Fenster in den Morgen.

00:25:55: Sie blickte auf den glitzenden See die Bäume die im Sonnenlicht standen und irgendwo sang ein Vogel, dann fragte sie leise.

00:26:16: Und?

00:26:18: Was ist mit meinen Schwestern?

00:26:22: Sie sind wohl auf, sagte der Königssohn.

00:26:27: Ich habe sie ihm Keller verwahrt, wo es ihnen an nichts gefehlt hat.

00:26:34: Er sannte seine Diener aus.

00:26:36: um Vater und Mutter des Mädchens zur Hochzeitsfeier einzuladen Zog die ganze Familie ins Schloss ein und die Schwestern, die haben aus ihrer Geschichte gelernt auch auf andere zu achten.

00:27:03: Da war kein Vorwurf mehr – nur Freude!

00:27:11: So wurde aus dem stillen Walthaus ein Ort voller Lichterglanz Und sie lebten glücklich und in Frieden und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie auch heute noch.

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