9 Geschichten zum Einschlafen – die große Sammelfolge
Shownotes
Neun Geschichten von Alexandra Matthes zum Einschlafen
in einer langen, ruhigen Sammelfolge.
Mach es Dir gemütlich, schließ die Augen und lass Dich von mir durch den Abend begleiten.
In dieser besonderen Folge habe ich neun meiner selbstgeschriebenen Geschichten für Dich zusammengestellt – Geschichten über kleine und große Begegnungen, über das Glück, das manchmal ganz leise daherkommt, über besondere Orte, das Leben und die wunderbaren Dinge, die passieren können, wenn wir sie am wenigsten erwarten.
Mit dabei sind:
♡ Der Nachtzug
♡ Das kleine Glückscafé
♡ Der Straßenkehrer
♡ Die Gärtnerin
♡ Die Katze
♡ Zwischen Berg und Tal
♡ Jolanda und das Haus am Meer
♡ Das Hotel am Mondsee
♡ Man weiß ja nie
Du brauchst heute nichts mehr zu erreichen und auch nicht bis zum Ende zuzuhören. Such Dir einfach eine Geschichte aus oder lass die Folge weiterlaufen, während Du langsam müde wirst.
Alle Geschichten dieser Sammelfolge habe ich selbst geschrieben und für Dich eingesprochen.
Ich wünsche Dir eine ruhige Nacht, schöne Gedanken und einen guten Schlaf.
Deine Alexandra · Die Märchentante
Kapitelmarken
00:01:35 Der Nachtzug
00:18:54 Das kleine Glückscafe
00:31:04 Der Strassenkehrer
00:54:03 Die Gärtnerin
01:07:27 Die Katze
01:29:34 Zwischen Berg und Tal
01:56:38 Jolanda und das Haus am Meer
02:13:40 Das Hotel am Mondsee
02:32:22 Man weiß ja nie
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Autorin & Sprecherin: Alexandra Matthes
Hintergrundklänge, Video & Mastering: Haegar Deutsch
© Alexandra Matthes 2026
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Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Folge von Was Schönes zum Einschlafen mit der Märchentante.
00:00:09: Heute wartet eine längere Reise auf dich, Eine Reise durch neun Geschichten die ich selbst geschrieben habe Entspannende Erzählungen zum Einsschlafen träumen und zum Seele baumeln lassen.
00:00:23: Du steigst ein in einen Nachtzug Und begleitest eine junge Frau In ihr neues Leben.
00:00:29: Dann besuchst du ein kleines Glückscafé die auf einer wahren Begebenheit beruht, trifft einen Straßenkehrer der inmitten einer lauten Stadt zur stillen Seele des Viertelswirt und lernst eine Gärtnerin kennen, die ein ganzes Dorf wieder zusammenbringt.
00:00:47: Außerdem begegnet ihr eine geheimnisvolle Katze – ein liebes Paar zwischen Berg und Tal!
00:00:53: Du kannst mit Yolanda zu einem geheimnisfollen Haus am Meer reisen und verbringst eine Nacht im Hotel am Mondsee.
00:01:02: in eine Geschichte über Freundschaft und Heimkehr eintauchst.
00:01:07: Jede meiner Geschichten erzählt von Hoffnung, Mut, Freundschaft, Liebe – und von den kleinen Wundern, die das Leben manchmal für uns bereithält!
00:01:17: Mach es dir gemütlich, kuschel dich in deine Decke, lass sind Tag langsam hinter dir Und begleite mich auf diese lange wunderbare Reise ins Land der schönen Geschichten.
00:01:44: Es war einmal eine Frau namens Mira.
00:01:50: Sie stand an einem grauen Herbstabend auf dem Bahnsteig, der Wind war kühl und die Luft roch nach Regen und Metall.
00:02:08: Mira hatte den Mantelkragen hochgeschlagen, ihren Koffer in der Hand und für einen Moment gezögert – dann war sie in den Zug eingestiegen.
00:02:24: einfach so!
00:02:30: Sie wusste nicht genau, wohin der Zug vor.
00:02:34: Nur dass es Richtung Süden gehen sollte – eine gemütliche Wärme und Ruhe empfing sie als sie die Schiebetür des Abteils öffnete.
00:02:55: Sie machte sich auf einem bequemen Sitz am Fenster gemütlich.
00:03:04: Es quietschte leise, als der Zug sich langsam wieder in Bewegung setzte.
00:03:16: kurz darauf das regelmäßige Klackern der Räder, ein sanftes Rauschen.
00:03:33: Das Licht war gedämpft und draußen zogen in der Dämmerung die Felder, Wälder und Städte vorbei.
00:03:53: Die Tür öffnete sich – und der Schaffner kam herein!
00:03:59: Er war ein älterer Mann mit rosigen Wangen, einem ordentlichen Schnurrbad und einer Art, die sofort Vertrauen auslöste.
00:04:13: Sein Schaffner Abzeichen hing ein wenig schief an seinem River.
00:04:21: Er nahm Miras Ticket entgegen, betrachtete es kurz und blitzelte dann freundlich.
00:04:30: Sie haben ja einen richtig abenteuerlichen Fahrschein, sagte er.
00:04:37: Hier steht gar nicht drauf wo sie hin wollen!
00:04:42: Mira zuckte mit den Schultern.
00:04:47: Ich wusste es beim Einsteigen noch nicht.
00:04:53: Der Schafner lächelte – ein Wissendes gutmütiges Lächeln.
00:05:00: Dann lassen wir es offen und während er das Abteil verließ, mummelte er vor sich hin – offene Ziele sind oft die besten!
00:05:20: Für einen Moment fühlte Mira sicher leichtert und sie schloss die Augen.
00:05:38: nachdem der Zug den nächsten Bahnhof angefahren hatte öffnete sich die Tür und ein älterer Mantrat herein in den Händen einen kleinen Vogelkäfig, mit einem grünen Tuch darüber.
00:06:01: Er nickte Mira höflich zu und setzte sich ihr mit etwas umständlichen Bewegungen gegenüber eine Weile.
00:06:15: Saßen sie schweigend da?
00:06:21: Ist der Vogel krank?
00:06:24: fragte sie schließlich.
00:06:28: Nein!
00:06:30: sagte der Mann leise.
00:06:33: im Gegenteil er ist wieder gesund.
00:06:37: Ich fahre in den Ort, in dem ich aufgewachsen bin.
00:06:41: Dort will ich ihn
00:06:43: freilassen.".
00:06:46: Warum dort?
00:06:50: Er sah sie an.
00:06:53: Mein Bruder und seine Enkel wollten unbedingt dabei sein!
00:06:58: Und so verbinde ich das Ganze mit einem Besuch bei meiner Familie.
00:07:06: Er lächelte – und das Tuch auf dem Käfig bewegte sich leicht als würde der Vogel zustimmen.
00:07:22: Am nächsten Bahnhof stieg der Mann aus, nachdem er sich freundlich verabschiedet hatte.
00:07:32: Mira beobachtete wie er am Bahnsteig von einem älteren Herren mit Hund und einer jüngeren Frau mit zwei Kindern in Empfang genommen wurde.
00:07:47: Kurz danach kam ein Mädchen ins Abteil vielleicht sechzehn Jahre alt.
00:07:57: Es trug eine Mütze und legte ein Zeichenheft vor sich.
00:08:06: Während der Zug durch den Regen fuhr, malte das Mädchen still und in Gedanken versunken vor sich hin.
00:08:19: Was zeichnest du?
00:08:21: fragte Mira.
00:08:24: Mein Haus!
00:08:27: sagte das Mädchens.
00:08:30: Liebst Du dort?
00:08:33: Noch nicht – aber irgendwann antwortete sie und malte eine Sonne über das Dach.
00:08:48: sah ihr zu, dann wird es dort bestimmt schön sein.
00:08:58: Das Mädchen nickte!
00:09:01: Ja – sehr schön sogar.
00:09:08: Als der Zug am nächsten Bahnhof anhielt, stieg das Mädchen aus.
00:09:17: Draußen war es inzwischen Nacht geworden.
00:09:23: Die Landschaft lag schwarz und still.
00:09:28: Nur ab und zu blinkten die Lichter ferne Häuser.
00:09:35: Mira schaute hinaus und sah ihr eigenes Spiegelbild, das sich mit der Dunkelheit vermischte.
00:09:47: Wie lange war sie nun schon unterwegs?
00:09:51: Stunden, Tage – die Zeit – schien keine Bedeutung mehr zu haben.
00:10:06: Öffnete sich wieder die Tür eine ältere Frau trat ein in einem dunklen Mantel mit grauem Haar und einen Blick, der warm war wie Kerzenlicht!
00:10:26: Sie setzte sich gegenüber und schweg.
00:10:33: Eine Weile fuhren sie so, ohne ein Wort.
00:10:42: Mira wollte etwas sagen – aber die Frau blickte sich auf eine Art an freundlich wissend als hätte sie alles schon gehört was man sagen könnte Und Mira sagte nichts.
00:11:03: Dann schloss sie die Augen.
00:11:08: Der Zug schaukelte sanft und draußen rauschte der Wind von einem wunderschönen Haus mit großem Garten, in dem die Sonne schien und viele Menschen zusammen kamen.
00:11:33: Alte, junge Kinder – und da war der Vogelkäfig das alten Mannes!
00:11:42: Er öffnete das Türchen und der Vogelflug fröhlich hinaus und setzte sich auf einen Ast einer hohen Birke um von dort das bunte Treiben zu beobachten.
00:12:04: Als Mira erwachte, war es morgen.
00:12:10: Das Licht der Sonne fiel silberig durchs Fenster und der Zug rollte langsam durch Landschaften die noch in den Morgennebel getaucht waren.
00:12:29: Die ältere Frau war fort.
00:12:34: Auf dem Platz wo sie gesessen hatte lag ein kleines samtbesticktes Notizbuch.
00:12:43: Der Stoff war weich Die Ecken etwas abgewetzt.
00:12:50: In der Mitte ein goldener Faden, mir ranan das Büchlein in die Hand und schlug es auf!
00:13:04: Auf der ersten Seite stand in feiner Handschrift Ich war nur hier um dich zu erinnern Du bist auf dem rechten Weg.
00:13:17: Glaube an deine Kraft Denn dass verändert deine Möglichkeiten auf eine wunderbare Art und Weise.
00:13:29: Glaube an deine Kraft, denn das verändert deine Möglichkeiten – auf eine wundere Art und Weise!
00:13:40: Und auf der nächsten Seite stand?
00:13:43: Schreib weiter.
00:13:48: danach leere Seiten, mira blätterte, suchte eine Spur doch da war nichts.
00:14:04: sie hielt das Buch an ihr Herz.
00:14:09: Draußen am Horizont sah sie das Meer glitzern.
00:14:17: Der Zug erreichte die Küste, Möwen zogen Kreise am Himmel, Mira fühlte wie sich ein kleines Glücksgefühl in ihr Breit machte.
00:14:38: Als der Zug das nächste Mal hielt stieg sie aus.
00:14:46: Die Luft war mild und roch nach mehr.
00:14:53: Sie blieb auf dem Bahnsteig stehen Und sah dem Zug nach Der langsam kleiner wurde, bis er am Horizont verschwand.
00:15:08: Dann setzte sie sich auf eine Bank, öffnete das Notizbuch noch einmal, nahm einen Stift aus der Tasche und schrieb auf die zweite Seite – dies ist der erste Tag meines neuen Lebens!
00:15:32: Dann stand sie auf, ging zu dem kleinen Kiersk, bestellte sich einen Kaffee und ein Croissant, und setzte sich an einen der kleinen backligen Tische vor dem Kiosk.
00:15:51: Sie nahm einen Bissen von dem warmen Croissant nippte an ihrem Kaffee und ließ den Blick über den kleinen Platz vor dem Bahnhof schweifen.
00:16:08: Gerade als sie das Croissant zur Seite legte, trat ein junger Mann aus dem Kiask – er hielt eine Zeitung in der Hand!
00:16:21: Als er an Mira vorbei ging trafen sich ihre Blicke.
00:16:27: Für einen kleinen Moment ein stilles, freundliches Lächeln blitt über sein Gesicht.
00:16:41: Mira erwiderte das Lächel.
00:16:46: Für eine Momente fühlte sie sich gesehen und der Herz schien ein bisschen schneller zu schlagen.
00:16:58: Der Mann ging ein paar Schritte weiter, blieb dann stehen, drehte sich noch einmal um und nickte ihr freundlich zu.
00:17:14: Dann setzte er seinen Weg fort, die Zeitung unterm Arm und verschwand bald in den Gassen des kleinen Ortes.
00:17:35: Mira trank ihren Kaffee aus – sie spürte wie die Wärme des Tages sich auf dem kleinen Platz ausbreitete und stand auf.
00:17:48: mit einer langsamen befreienden Bewegung, zog sie ihren Mantel aus, legte ihn über den Arm und atmete tief ein.
00:18:04: Die Luft roch nach Salz, nach Süden, nach Neuanfang!
00:18:14: Sie nahm ihren Koffer, wandte sich Richtung Meer – und ging los Schritt für Schritt immer leichter, immer freier Der Sonne entgegen.
00:18:56: das kleine Glückscafé.
00:19:04: in einer kleinen Stadt In einer beschaulichen Straße voller alter Bäume und farbenfroher Häuser gab es einmal ein ganz besonderes Café.
00:19:19: Es war winzig klein, aber warm – und gemütlich!
00:19:27: Ein Ort an dem der Duft von frisch gebackenen Croissants und heißer Schokolade jeden, der die Tür öffnete wie eine Umarmung empfing.
00:19:44: Kleines Glück!
00:19:46: stand in verschnörkelten Buchstaben über der Tür.
00:19:52: Martha, die Besitzerin war eine herzliche Frau mit bernsteinfarbenen Augen.
00:20:02: Niemand hätte ahnen können, dass sie ein Geheimnis mit sich trug, das ihr Herz schon seit Jahrzehnten in einer leisen Traurigkeit gefangen hielt.
00:20:20: eines Abends als Martha gerade dabei war Die letzten Kekse aus dem Ofen zu holen, klingelte ihr Telefon.
00:20:32: Eine Frauenstimme meldete sich.
00:20:36: Guten Abend!
00:20:38: Mein Name ist Frau Berger.
00:20:40: Ich arbeite für eine Organisation die Familien zusammenführt.
00:20:46: Ihr Sohn hat sich bei uns gemeldet und würde sie gerne sprechen.
00:20:51: Ich kann Ihnen seine Nummer geben falls Sie bereit sind.
00:20:55: Es liegt nun an Ihnen.
00:21:01: Mater erstarte Ihr Sohn, das Kind, dass sie mit siebzehn Jahren schweren Herzens gleich nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte.
00:21:17: Ihr Herz pochte – Sie wusste nicht was sie sagen sollte.
00:21:26: Schließlich nach einem tiefem Atemzug flüsterte sie «Okay, geben Sie mir seine Nummer».
00:21:40: Martha legte das kleine Stück Papier auf ihren Küchentisch Und starte es lange an.
00:21:51: Sie fühlte sich müde, krank und zu schwach für eine solche Begegnung.
00:22:00: Sie befand sich gerade in einer Lebensphase die schwierig für sie war.
00:22:06: Das Café lief nicht gut – und ihr gesundheitlicher Zustand war seit Wochen unstabil.
00:22:15: Wie sollte sie ihm so gegenüber treten?
00:22:19: Sie wollte nicht, dass er sie so sah.
00:22:23: Nicht zu schwag!
00:22:25: Nicht zu erfolglos und zerbrechlich, doch ein paar Tage später abends als der Wind draußen um die Häuser pfiff und sie nicht in den Schlaf finden konnte, griff sie zum Telefon.
00:22:50: Ihr Herz klopfte bis zum Hals, als sie den Nummer wählte – es klingelte!
00:23:01: Und dann eine Pause.
00:23:13: Er wundert sich Warum so spät am Tag noch jemand anrief?
00:23:19: Dann sah er den Namen auf seinem Display.
00:23:23: Café kleines Glück, sein Lieblingscafé in dem er jeden Morgen vor der Arbeit einen Kaffee trank um sich aufzuwärmen – nicht weil es kalt war sondern weil dieses Café und seine freundliche Besitzerin eine Herzensbärme ausstrahlten die ihn innerlich wärmte und sich wie eine Umarmung anfühlte.
00:23:55: Er hatte einmal seine Schlüssel im Café liegen lassen, dort angerufen.
00:24:00: Seitdem hat er die Nummer gespeichert – aber wie kam es, dass jemand aus dem Café bei ihm anrief?
00:24:10: Und dann noch so spät am Abend kurz überlegte er, es einfach klingeln zu lassen!
00:24:25: Vor einer Woche hatte sein Sabbatjahr begonnen und er hatte sich vorgenommen, nach jahrelangem Stress im Büro, sich endlich um sich selbst zu kümmern.
00:24:37: Und er wollte das freie Jahr nutzen, sich selbst zur Gründen herauszufinden, wer er war – und was ihn glücklich machen würde!
00:24:48: Der fade-und stressige Büroalltag war es jedenfalls nicht, zu seinem Vorsatz seine Bedürfnisse besser kennenzulernen und weniger Stress von außen auf sich einprasseln zu lassen, gehörte auch nicht immer zu springen wenn andere etwas forderten.
00:25:11: Auch mal nein zu sagen – und nicht immer telefonisch verfügbar zu sein!
00:25:21: Er ließ es klingeln doch dann nahm er ab.
00:25:31: Hallo?
00:25:35: Ein Reusband am anderen Ende der Leitung Dann eine unsichere warme Stimme.
00:25:48: Ist das Leo?
00:25:51: Ja, ich bin's.
00:25:53: Wer spricht da?
00:25:57: Stille!
00:26:00: Dann ein Atemzug.
00:26:04: Mein Name ist Marta.
00:26:06: Ich glaube... ...ich bin deine Mutter.
00:26:13: Die Welt hielt für einen Moment an.
00:26:20: Deo fühlte wie sein Herz raste Seine Gedanken sich überschlugen.
00:26:31: Die Frau die ihm seit Jahren seine Lieblingskuchen gebacken hatte Wann er eine Extraportion Zimt in seinen Kaffee brauchte?
00:26:42: Sie war seine Mutter.
00:26:47: Warte!
00:26:51: Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
00:26:54: Das, das ist nicht möglich.
00:27:00: Ich bin Leo Dein Gast aus dem Café.
00:27:03: Du legst mir jeden Freitag Ein Stück Karottenkuchen zur Seite.
00:27:13: Sie wusste nicht was sie sagen sollte.
00:27:15: Tausend Bilder strömten ihr durch den Kopf Dieser sympathische Manchmal verloren wirkende junge Mann.
00:27:25: Das war ihr Sohn, sie glaubte zu träumen.
00:27:39: Am nächsten Tag stand Leo vor der Tür des Cafés das er so gut kannte und dass plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekam.
00:27:53: Als Martha öffnete sahen Sie sich zum ersten Mal richtig an.
00:28:05: Ohne Worte zog sie ihn in einer Umarmung.
00:28:11: Der Geruch von frischem Gebäck lag in der Luft, und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sich Leo nicht mehr allein.
00:28:27: Martha rollten Tränen der Freude über die Wange – von diesem Tag an änderte sie ihr Leben!
00:28:38: Martha hatte schon lange darüber nachgedacht das Kaffee zu verkaufen.
00:28:44: Doch Leo überredete sie es gemeinsam weiterzuführen.
00:28:51: Er begann hier im Café zu helfen.
00:28:55: Er lernte ihre Rezepte und hörte ihre Geschichten an.
00:29:02: Und auch sie hörte ihm zu, tröstete ihn, half ihm nach und nach sich selbst zu finden und zu erkennen.
00:29:18: Gemeinsam führten Sie das Kaffee weiter, während Martha langsam wieder zu Kräften und guter Gesundheit kam.
00:29:31: Ihr Lachen wurde heller und das Kuchenangebot nahm Da Leo das Backen für sich entdeckte, ein so immenses Ausmaß an, dass die Nachfrage und Bekanntheit dieses wundervollen Ortes wuchs und gedieh.
00:29:52: Leo fand endlich einen Platz, an dem er sich wohl fühlte.
00:29:58: Hier durfte er zu Hause sein – und wurde gesehen und gebraucht.
00:30:08: Martha und Leo gaben vielen Menschen neuen Mut und neue Hoffnung!
00:30:15: Und noch immer führen sie das kleine Kaffee zusammen.
00:30:21: Und es ist, als wären Sie nie getrennt gewesen!
00:30:33: Mich hat die Geschichte sehr berührt – sie gibt mir Zuversicht und Hoffnung.
00:30:40: Und sie ist ein wundervolles Beispiel dafür, dass sie schönsten Geschichten das Leben selbst
00:30:47: schreibt.".
00:31:06: Der Straßenkehrer in einer großen Stadt?
00:31:16: in der die Menschen immer in Eile waren, lebte ein alter Mann, der jeden Morgen zur gleichen Zeit mit seinem Besen auf die Straße trat und den Gehweg fegte.
00:31:38: Vormittags fegste er die eine Straßenseite hinauf, nachmittags die andere wieder hinunter – immer montags bis freitags.
00:31:54: Am Wochenende rote er.
00:32:10: Die meisten Menschen beachteten ihn nicht, kaum jemand sprach mit ihm.
00:32:19: Aber wer doch einmal stehen blieb?
00:32:22: Um ungeduldig auf dem Bus zu warten oder noch schnell eine Zierrette vor einem der großen Bürohäuser zu rauchen merkte schnell irgendetwas an.
00:32:36: dem alten Mann mit dem grossen Besen war anders.
00:32:47: er fegte achtsam in ruhigen und gleichmäßigen Bewegungen, während die Welt an ihm vorbei zu rauschen schien.
00:33:04: Und er wirkte dabei wie eine stille Insel der Gelassenheit freundlich, gegenwärtig und unbeirrbar in mitten des Stadtlärms.
00:33:27: Wer genau hin hörte konnte bemerken dass er dabei leise vor sich hinsummte.
00:33:38: wenn ihn dann mal jemand fragte Warum er gar so langsam und gewissenhaft arbeitete, sagte er nur.
00:33:47: Weil ich dabei nicht nur den Boden sondern auch den Kopf frei bekomme.
00:33:59: Eines Morgens kam ein junges Mädchen vorbei.
00:34:04: Sie trug eine schwere Tasche voller Bücher.
00:34:09: Ihre Schultern hingen tief In ihrem Blick lag Verzweiflung Und ein stummer Hilfeschrei.
00:34:19: Der alte Mann hob dem Blick sah sie einen Moment lang ruhig an, dann deutete er mit einer kleinen einladenden Geste auf eine abgenutzte Blaulbank am Straßenrand.
00:34:39: «Setz dich einen Moment», sagte er ruhig.
00:34:43: – Ich habe keine Zeit!
00:34:50: antwortete sie automatisch, ernickte.
00:34:56: Genau deshalb, etwas an seinem beruhigen Tonfall hielt sie auf.
00:35:09: Sie setzte sich auf die Bank und beobachtete ihn, wie er langsam mit Bedacht den Besen zur Seite stellte und sich dann zu ihr setzte.
00:35:28: Dabei fiel ihr auf, wie bewusst seine Bewegungen wirkten – als wäre jeder Handgriff eine Entscheidung.
00:35:41: Als er sich neben sie setzte, wirkte es, als hätte sich durch seine Gegenwart ein Raum geöffnet indem alles für einen Moment leichter wurde.
00:36:00: Sein milder Blick tut sie ein, auszusprechen was sonst keinen Platz hatte und so legte sie ihre schwere Tasche ab und begann ihm von der Schule den Aufgaben und den Erwartungen zu erzählen die schwer auf ihr lasteten.
00:36:28: er hörte einfach zu gab keinen Ratschlag Kein, so musst du's machen.
00:36:38: Sondern ließ sie einfach reden – sich auf ihre Art und Weise ausdrücken!
00:36:51: Er hörte ihr Klagen und verstand ihr Leid Und Sie ließ Ihre Worte einfach fließen.
00:37:03: Allein durch dieses Fliesen löste sich schon etwas.
00:37:12: Es war als würde sich mit jedem Satz ein Knoten in ihr lockern bis er schließlich ganz gelöst war.
00:37:29: Als ihre Worte langsam versiegten, atmete sie tief ein und aus, richtete sich auf und blickte ihn an.
00:37:48: Langsam griff er in seine Jackentasche, zog einen kleinen Notizblock hervor und schrieb mit bedächtigen Bewegungen ein paar Worte darauf.
00:38:04: Dann riss er die Seite vorsichtig ab – und reichte sie ihr!
00:38:13: Auf dem Zettelstand Tu immer einen Schritt nach dem anderen, so wird ein Weg daraus.
00:38:26: In ihr wurde es angenehm ruhig, ihre Gedanken ordneten sich und es fühlte sich an als würde mit ihr die Stadt innehalten.
00:38:49: Von diesem Tag an begann sie anders durch ihr Leben zu gehen.
00:38:57: Sie hetzt nicht mehr durch den Tag, sie atmete bewusster Durch den Park, dort hörte sie die Vögel zwitschern, spürte die Sonne auf ihrer Haut und beobachtete was um sie rum passierte.
00:39:25: Der alte Mann fegte weiter, die eine Straßenseite hinauf, die andere wieder hinunter – und er grüste die Menschen freundlich, die an ihm vorbei hetzten.
00:39:44: Manche blickten erstaunt auf, manche liefen einfach weiter!
00:39:52: Manche starten mit abwesendem Blick auf ihr Handy, doch ab und zu grüßte einer zurück.
00:40:01: Und ließ damit die Zeit für einen kleinen Moment stillstehen.
00:40:25: Eines Tages kam eine elegant gekleidete Geschäftsfrau schnellen Schrittes direkt auf ihn zu.
00:40:36: Ihr Blick war auf ihr Handy gerichtet – ihre hohen Absätze klackten laut auf dem Pflaster!
00:40:46: Sie achtete nicht auf ihn und stolperte über seinen Besen.
00:40:55: Können sie nicht aufpassen, schnappte sie ihn an und war im Begriff weiter zu laufen.
00:41:06: Er hob ruhig den Kopf.
00:41:10: Ich habe sie gesehen, sagte er sanft aber ich glaube sie waren ganz woanders unterwegs.
00:41:23: kann es sein dass sie sich selbst aus den Augen verloren haben?
00:41:33: Sie wollte etwas erwidern, doch als sie ihm ins Gesicht sah, blieb sie plötzlich still.
00:41:42: Sie saß sich selbst in seinen Augen wie in einem Spiegel – für einen Moment stand sie einfach nur da.
00:41:57: «Setzen Sie sich doch einen Moment», sagte er freundlich und deutete auf eine kleine Mauer.
00:42:09: Sie tat es erst zögern dann beinahe dankbar.
00:42:19: Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander.
00:42:26: Ich weiß gar nicht, was ich hier mache", sagte sie schließlich.
00:42:32: «Ich habe einen vollen Kalender!
00:42:35: Ich muss weiter», erneckte langsam.
00:42:43: Dann sind Sie hier genau richtig – als sie Aufstand zögerte sie, erreichte ihr eine kleinen Zettel.
00:42:58: Darauf stand?
00:43:02: Wenn alles dringend ist, vergisst man, was wirklich wichtig.
00:43:09: Was ist Ihnen wichtig?
00:43:16: Sie blickt ihn an, leicht verwirrt aber nicht mehr abwehrend.
00:43:24: Danke!
00:43:26: murmelte sie.
00:43:29: Ihre Stimme war leiser als zuvor.
00:43:39: Dann streichte sie sich ihren teuren Hosen an.
00:43:41: zu glatt nahm ihr Handy wieder zur Hand und verschwand in der Menge das alte Tempo sofort wieder aufnehmend Am Nachmittag zurück im Büro Während sie Gedanken verloren auf dem Wildschirm starte und die Buchstaben zu verschwimmen begannen, griff sie in ihre Tasche und zog den kleinen Zettel hervor.
00:44:21: Sie las die Worte noch einmal – und dann noch einmal!
00:44:29: Was ist Ihnen wichtig?
00:44:37: Da fiel ihr Ihre Tochter ein, zwölf Jahre alt gerade überfordert mit der Schule.
00:44:47: Sie war stiller geworden in letzter Zeit.
00:44:53: Seit Tagen hatte sie ihre Sorgen um ihre Tochter beiseite geschoben, weil so viel dringender gewesen war.
00:45:01: Jetzt plötzlich wurde ihr klar was gerade am wichtigsten war!
00:45:13: Sie griff Ihre Tasche verließ das Büro und machte sich auf den Weg nach Hause zu ihrer Tochter.
00:45:39: Am nächsten Tag In der gleichen Straße, der großen Stadt stand ein junger Mann mit Kopfhörern an der Bushaltestelle.
00:45:56: Sein Blick wanderte immer wieder zum Straßenkehrer hinüber – der fegte wie immer ruhig und gleichmäßig.
00:46:13: Der junge Mann beobachtete ihn doch sagte nichts und kam der Bus und er stieg ein.
00:46:41: am darauf folgenden Tag zur gleichen Zeit wartete der junge Mann wieder an der Haltestelle.
00:46:51: Diesmal ließ er den Bus vorbeifahren, er nahm die Kopfhörer ab und ging langsam auf den Straßenkehrer zu.
00:47:09: Wie schaffen sie es bei all dem Trubel um sich herum so ruhig zu bleiben?
00:47:16: Das wirkt irgendwie friedlich!
00:47:23: Der alte Mann blickte ihn an – ich möchte durch mein Ton Ruhe und Ordnung
00:47:31: schaffen.".
00:47:34: Sowohl außen als auch innen.
00:47:40: Während ich fege, begegnen mir viele Menschen.
00:47:45: Jeder hat seine eigene Geschichte.
00:47:48: Manche verlieren sich in Stress und hektik doch manchmal wirkt meine Ruhe auf andere.
00:47:59: Dann finden Menschen in meiner Stille einen Moment um ihre eigene zu entdecken und sich selbst wiederzubegegnen.
00:48:11: der junge Mann nickte langsam.
00:48:17: Nach einer Weile sagte er, ich bin irgendwie rausgefallen.
00:48:24: Aus allem!
00:48:27: Ich war mal ganz woanders.
00:48:30: Bin eigentlich Musiker.
00:48:33: Ich war erfolgreich – fast berühmt.
00:48:36: Jetzt häng' ich fest.
00:48:43: Der Straßenkehrer sagte nichts.
00:48:46: Er hörte einfach zu.
00:48:53: nach einer Wele holt er wieder seinen Notizblock hervor schrieb etwas und reichte dem jungen Mann den Zettel mit der Nutze Hitz.
00:49:10: Manchmal muss man stehen bleiben, um wieder ins Spiel zu
00:49:14: kommen.".
00:49:21: Der junge Mann blieb mit seinem Zettel noch eine Weile stehen – während der Straßenkehrer wieder in aller Ruhe seine Arbeit aufnahm.
00:49:40: Schließlich steckte der Junge den Zettl langsam in seine Jackentasche und legte eine Hand darauf als wolle er sicher gehen dass er ihn nicht verliert.
00:49:59: Er dachte nach über sein Erfolg von früher und über den Stillstand der letzten Jahre.
00:50:11: Und er sah, dass es gut war – noch am selben Abend holte er seine Gitarre hervor die verstaubt in der Ecke stand.
00:50:30: Die Seiten waren verstimmt aber mit ein paar routinierten Bewegungen brachte er sie wieder in Harmonie.
00:50:42: Er spielte ein paar Töne zögerlich dann ein paar mehr.
00:50:56: In den folgenden Tagen kam er immer wieder an die Bushaltestelle zurück.
00:51:03: Manchmal sprach er mit dem alten Mann, manchmal saß er einfach nur da und beobachtete ihn – und die vorbei eilenden Menschen.
00:51:18: Seine Kopfhörer blieben in der Tasche.
00:51:21: Stattdessen hörte er … Die Straße, die Menschen, die Umgebung… Und irgendwann hat er seine Gitarre dabei!
00:51:53: setzte sich auf die blaue Bank und begann, ganz ohne Plan zu spielen.
00:52:04: Erst nur für sich blieben einzelne Menschen stehen.
00:52:12: keine große Show Nur Musik beruhigende Rhythmen Melodien Und der alte Mann lächelte Während er fegte.
00:52:36: Die Stimmung auf der Straße veränderte sich.
00:52:40: Die Menschen gingen etwas langsamer Blieben manchmal für einen Moment stehen und atmeten durch.
00:53:00: Für einen Moment schien jeder mit sich selbst in Berührung zu kommen, Begegnungen wurden möglich, neue Impulse gesetzt – und der Straßenfeger, der junge Musiker die Frau und ihre Tochter lebten den Glück und Frieden.
00:53:38: Und wenn sie nicht gestorben sind so leben Sie auch heute noch!
00:54:05: Die Gärtnerin, es war einmal ein altes Dorf mit engen Gassen und bunten Häusern.
00:54:27: Manchmal duftete er es nach frisch gewaschener Wäsche – manchmal nach köstlichem Essen!
00:54:38: Denn das Leben spielte sich überwiegend draußen ab.
00:54:47: Mitten auf dem kleinen Dorfplatz stand ein alter Feigenbaum.
00:54:56: seine Äste waren wie weit ausgebreitete Arme, doch seit vielen Jahren trug er keine Früchte mehr.
00:55:11: Er ist tot!
00:55:13: sagten die Menschen.
00:55:17: Sie sagten es schnell Wie man Dinge sagt, die man nicht mehr prüfen will und weil sie es oft genug wiederholten glaubten sie es schließlich selbst.
00:55:37: Früher hatte der Baum süße schwere Feigen getragen.
00:55:44: Kinder waren auf seine Äste geklettert, Alte hatten im Schatten gesessen und ihre Geschichten erzählt.
00:55:56: Liebende hatten sich ihre Versprechen unter seinem Blätterdach zugeflüstert – nun aber standen seine Zweige kahl und sein Stamm wirkte grau und rissig.
00:56:19: Mit den Jahren veränderte sich das Leben im Dorf.
00:56:25: Die Menschen wurden ungeduldiger, sie sprachen schneller, bewegten sich hektischer.
00:56:36: Sie arbeiteten mehr, stritten häufiger und es war kein Platz mehr für Musikgang.
00:56:48: Nur eine Frau bewegte sich ruhig und beobachtete von den meisten Unbemerkt das Geschehen und die Veränderungen.
00:57:05: Man nannte sie die Gärtnerin.
00:57:13: Sie lebte am Rande des Dorfes, in einem kleinen Haus mit – wie man sagte – einem verwilderten Garten.
00:57:25: Wer genau hin sah bemerkte dass er nicht wild sondern in einer wundervollen Harmonie war.
00:57:40: Hier fanden unzählige unterschiedliche Pflanzenartenplatz.
00:57:47: Sie wuchsen und gedien, dass es eine Freude war.
00:57:54: Es roch nach Rosmarin, Lavendel und Salbei – nach alten Rosen wilden Erdbeeren!
00:58:06: Und fast täglich gab's etwas Neues hier zu entdecken.
00:58:19: Eines Nachts als das Dorf schlief und der Mond über die Dächer zog, ging die Gärtnerin zum Dorfplatz.
00:58:34: Sie betrachtete den Feigenbaum und legte ihre Hände auf die Rinde, sie lauschte und ein Geräusch wie ein leises hölzernes Seufzen.
00:58:55: Er klang – Die Gärtnerin nickte!
00:59:05: Von da an kam sie jede Nacht.
00:59:11: Sie brachte Wasser in einer Kanne und Kompost aus ihrem Garten.
00:59:20: Sie lockerte die Erde.
00:59:22: Sie sprach leise, sie wartete.
00:59:31: Tagsüber bemerkte niemand etwas.
00:59:35: Die Menschen randen wie immer.
00:59:37: Man stritt über Preise, über Baupläne und Lieferungen.
00:59:42: Man redete von Wachstum- und Fortschritt.
00:59:47: Man säufzte über Müdigkeit – und schlief doch zu wenig!
00:59:56: Der Sommer wurde trocken.
01:00:00: Jetzt ist er ganz verloren, sagten viele.
01:00:06: Während sie am Feigenbaum vorbei huschten Er nimmt nur Platz weg, sagden andere Man sollte ihn fällen.
01:00:23: Dann eines Morgens brach hoch oben an einem Ast ein kleiner grüner Trieb hervor Und bald ein zweiter und ein dritter.
01:00:42: Die Menschen blieben stehen.
01:00:46: Ein letztes Aufbäumen, sagte man.
01:00:53: Doch im nächsten Frühling trug der Baum dichte Blätter und als der Sommer kam hingen zwischen den Blättern die ersten Feigen dunkelrot schwer und süß.
01:01:17: Die Kinder kosteten zuerst und staunten über die Köstlichkeit.
01:01:28: Die Alten schlossen die Augen Während sie aßen und etwas in ihnen, erinnerte sich.
01:01:43: Mit dem Gedeien des Baumes veränderte sich etwas im Dorf.
01:01:50: Menschen setzten sich wieder an den Dorfplatz!
01:01:56: Man blieb länger, man hörte einander zu.
01:02:02: Jemand brachte samstags einen kleinen Tisch mit Brot- und Käse – ein anderer stellte einen Korb mit Früchten dazu und bald wurde daraus ein kleiner Markt.
01:02:25: Ein Café am Platz, das seit Jahren geschlossen gewesen war eröffnete erneut seine Türen.
01:02:34: Stühle standen wieder draußen Und unter dem Feigenbaum saßen abends junge Paare und teilten sich eine Frucht.
01:02:51: Dieser Baum, so sagten die Menschen zueinander, hat unser Dorf wieder zu einem glücklichen Ort gemacht.
01:03:08: Eines Morgens sah ein Junge die Gärtnerin wie sie im ersten Licht des Tages dem Baum goss und mit der Hand über seinen Stammstrich als prüfe sie seinen Puls – und man flüsterte sich zu!
01:03:30: Die Gärtnerin hatte den Baum und das ganze Dorf gerettet.
01:03:39: Der Bürgermeister und der Dorfrat besuchten die Gärtnerinnen in ihrem kleinen Haus, auch Fotografen waren dabei.
01:03:50: sie brachten einen großen Geschenkkorb und viele Worte.
01:03:57: Du hast uns gerettert, sagte der Bürgemeister feierlich.
01:04:06: Die Gärtnerin wurde rot.
01:04:09: Ich habe gegossen, sagte sie schlicht Gewartet, der Baum wollte nur leben.
01:04:22: Ihr hättet aufhören sollen ihn vertut zu erklären und ihm stattdessen etwas Pflege und Wasser zukommen lassen.
01:04:33: Man beschloss ihr eine Ehrenmedaille zu verleihen – einen Empfang im Bürgerhaus sollte es geben!
01:04:43: Mit Reden und Musik am Tag der Ehrung jedoch blieb ein Stuhl leer war nicht zu ihrer Ehrenfeier erschienen.
01:05:04: Sie kniete stattdessen in ihrem Garten, ihre Hände gruben in der Erde.
01:05:14: Neben ihr keimten neue Pflänzchen – Der Feigenbaum wurde zum Wahrzeichen des Dorfes.
01:05:28: Er trug fortan jedes Jahr Früchte manchmal mehr, manchmal weniger aber immer genug.
01:05:44: Und wenn die Stimmen auf dem Platz wieder hektischer wurden und Ungeduld begannen, sich breit zu machen, dann reichte oft ein Blick auf den feigen Baum.
01:05:57: Um sich zu erinnern?
01:06:00: In der Ruhe liegt die Kraft.
01:06:08: Manch einer legte in schwierigen Zeiten die Hand auf den Stamm – und lauschte so wie es die Gärtnerin getan hatte.
01:06:23: Man sagte habe heilende Kräfte und die Gärtnerin selbst, sie lebte zurückgezogen glücklich und zufrieden in ihrem kleinen Haus umgeben vom prachtvollsten aller Gärten.
01:06:55: Und wenn sie nicht gestorben ist so lebt sie auch heute noch – Die Katze.
01:07:38: Es war einmal ein altes Haus Am Rande einer kleinen Stadt.
01:07:47: Es stand an einem Hang mit Blick auf die alte Brücke am Fluss, in den Fenstern brannte abends stets ein warmes Licht.
01:08:04: Dort hatte die Großmutter mit ihrer Enkelin Amalia gelebt.
01:08:12: Die Großmütter war eine Frau mit klaren Augen und einem Lächeln das selbst in dunklen Stunden wie eine Kerze funkelte.
01:08:26: Amalia war letztes Jahr zu ihr gezogen, half ihr im Haushalt und sie verbrachten die langen Winterabende gemeinsam.
01:08:39: Als die Großmutter im Frühlingsstab überreichte der Nachlassverwalter Amalia einen versiegelten Brief.
01:09:01: klopfte leise an die Scheiben.
01:09:08: Lange saß sie so da, dann öffnete sie den Brief und las meine liebste Amalia.
01:09:25: Wenn du diese Zeilen liest bin ich fort doch glaube nicht dass ich wirklich verschwunden bin.
01:09:36: in unserer Familie gibt es ein Geheimnis.
01:09:42: Es ist eine Gabe die immer von der Großmutter an die erste Enkelin gegeben wird.
01:09:53: Ich habe diese Gabe, meine Großmutter hatte sie und bald schon wirst du feststellen dass auch du diese Gabe hast.
01:10:08: in manchen Nächten wenn der Mond hell und klar scheint wirst Du Dich verwandeln können In eine Katze.
01:10:22: nutze diese Gabe die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen Und nutze diese Gabe, um Gutes zu tun.
01:10:36: Vertraue deinen Pfoten wenn sie dich durch die Nacht tragen.
01:10:41: Vertrau deinem Schnurren Wenn es Trost spendet.
01:10:48: Als Katze wirst du ungeahnte Fähigkeiten haben Die dir vieles was als Mensch unmöglich ist möglich machen.
01:10:59: In Liebe deine Großmutter Amalia.
01:11:09: Lass den Brief zweimal, dann ein drittes Mal.
01:11:18: Eine Katze?
01:11:20: murmelte sie.
01:11:23: Das ist doch unmöglich und ich dachte immer Oma hätte Katzen gar nicht besonders gemocht.
01:11:35: Als sie später im Bett lag gingen ihr die Worte der Großmutter.
01:11:41: Im Kopf herum wurde die Stille gebrochen durch das Weinen eines Kindes.
01:11:58: Es war Elias Der kleine Sohn der Bäckerin, die im Nebenhaus wohnte.
01:12:07: Seit Tagen war er krank hatte Fieber und Bauchschmerzen.
01:12:12: Man sagte Die Ärzte wissen keinen Rat.
01:12:19: Amalia setzte sich auf.
01:12:24: Ihr Herz schlug schneller.
01:12:30: Wenn es wahr ist, flüsterte sie.
01:12:34: Dann lasst die Verwandlung geschehen.
01:12:40: Sie schloss die Augen Und es geschah Ein leiser Wind strich durch ihr Zimmer.
01:12:53: Ihre Hände wurden leicht, ihre Sinne wurden scharf.
01:13:05: Die Welt roch plötzlich nach Regen Nach Erde und verborgenen Dingen.
01:13:17: Als sie die Augen öffnete saß sie immer noch auf dem Bett Doch ihr Blick war scharf wie nie zuvor.
01:13:32: Zuerst erschrak sie doch dann war sie fasziniert von dem, was sie nun in der Lage war zu sehen.
01:13:44: Sie betrachtete ihre schwarzen weichen Pfoten und sprang leicht wie eine Feder auf den Dielenboden – also gut dachte sie!
01:14:01: Dann wollen wir mal.
01:14:06: lautlos machte sie einen Satz auf die Fensterbank und glitt hinaus in die Nacht.
01:14:18: als Katze war die Welt anders.
01:14:22: Sie hörte das Rascheln von kleinen Tieren, Das Momeln der Bäume.
01:14:32: Die Dunkelheit verlor jegliche Schwere.
01:14:37: Im Gegenteil Es fühlte sich wohl an Im Schatten der Häuser entlang zu schleichen.
01:14:47: Sie ertassete jede Regung in ihrer Umgebung.
01:14:58: Dann sprang sie aufs Fensterbrett Von Elias Schlafzimmer.
01:15:10: Sie konnte Elias sehen Wie er im Bett lag und weinte, mit ihrer Vorderpfote klopfte sie ans Fenster.
01:15:31: Er stand unter Schmerzen auf und öffnete das Fenster – sofort huschte sie ins Zimmer!
01:15:45: Nachdem er sich hingelegt hatte legte sie sich auf seinen Bauch und schnurrte.
01:16:00: ihre Wärme und das leichte Schnurren taten ihm gut Und wenige Minuten später war er eingeschlafen.
01:16:22: Er schlief einen langen, heilsamen Schlaf und kurz vor Morgengrauen als die Bäckerin die Zimmertür öffnete, huschte die kleine schwarze Katze durch die geöffnete Tür hinaus.
01:16:55: Als Amalia am nächsten Tag in die Bäckerei trat, erzählte ihr die Bächerfrau das Elias wieder gesund sei.
01:17:10: Wenige Tage später dachte Amalia, die Grabe der Verwandlung sei vielleicht nur ein Traum gewesen.
01:17:20: Es kam ihr unwirklich vor – was geschehen war!
01:17:32: Als sie in der Stadt Ein paar Einkäufe verrichtete, hörte sie wie sich zwei Frauen unterhielten.
01:17:44: Sie sprachen über die alte Frau Rosenthal Die verzweifelt Ein Familienerbstück suchte.
01:17:55: Frau Rosenthal war recht betagt und konnte sich einfach nicht mehr daran erinnern, wo sie den Ring ihrer Mutter versteckt hatte.
01:18:06: Gleichzeitig misstraute sie allen und ließ sich nicht beim Suchen helfen.
01:18:20: Abends setzte sich Amalia auf ihr Bett – vielleicht wenn die Gabe wieder zu mir kommt kann ich helfen!
01:18:33: sagte sie zu sich selbst und schloss die Augen.
01:18:44: Als sie ihre Augen wieder öffnete, war die Welt um sie herum wieder größer.
01:18:53: Als Katze huschte sie in den Park unweit des Hauses von Frau Rosenthal.
01:19:00: Sie sprang auf einen Baum und balancierte über einen Zaun.
01:19:09: Von dort aus konnte sie mit Leichtigkeit durch das geöffnete Küchenfenster springen.
01:19:23: Die alte Dame schlief schon tief und fest, Und Amalia durch Suchte als Katze verwandelt Vorsichtig und leise das ganze Haus von oben bis unten.
01:19:49: Dann fand sie ihn!
01:19:51: Er lag einfach in einem Regal im Badezimmer und funkelte im Mondschein.
01:20:04: Vorsichtig nahm sie den Ring in ihr Maul.
01:20:11: Er schmeckte nach Metall.
01:20:16: Sie schlich ins Schlafzimmer der alten Dame und legte den Ring auf die Nachttisch, dann sprang sie geschickt aus dem Fenster und lief flink nach Hause.
01:20:43: Am nächsten Morgen in einer Bäckerei erzählte ihr die Bäckerin.
01:20:50: Frau Rosenthal war gerade hier und sie erzählten mir ihre Mutter hätte ihr des Nachts den Ring wiedergebracht auf ihren Nachttisch gelegt.
01:21:02: Ach, die alte Frau!
01:21:03: Wahrscheinlich hat sie ihn selbst dorthin gelegt und es vergessen.
01:21:11: So wird das gewesen sein, sagte Amalia lächelnd – und als sie auf die Straße trat, kam gerade die Sonne hinter den Wolken hervor.
01:21:30: Sie streckte ihr Gesicht ins Licht, schloss die Augen und atmete tief durch.
01:21:46: seit langer Zeit fühlte sie sich heute endlich wieder frei und leicht.
01:22:01: Wenige Tage später traf Amalia Herrn Levin, den Schuldirektor, erlebte allein – und war gerade aus seinem zu großen Haus in eine kleinere Wohnung umgezogen.
01:22:22: Es ging ihm gut, sagte er aber es verging kein Tag an dem er nicht Von seiner Tochter Clara sprach.
01:22:37: Amalia kannte Clara, die Tochter des Schuldirektors von früher.
01:22:46: Sie hatte sich mit ihrem Vater gestritten.
01:22:49: Es war einer dieser Streits bei denen zum Schluss keiner mehr weiß worum es eigentlich gegangen ist.
01:23:00: sie hätte schreiben können.
01:23:03: ich kenne ihre neue Adresse ja nicht und jetzt da ich aus dem Altenhaus ausgezogen bin Kann ich sie nicht mehr erreichen?
01:23:14: murmelte er.
01:23:17: Amalia verspürte Mitleid, abends als sie im Bett saß dachte sie über Herrn Levine und seine Tochter nach.
01:23:34: Sie schloss die Augen und fand sich als Katze verwandelt.
01:23:40: wieder Intuitiv lief sie zum alten leeren Haus von Herrn Levin.
01:23:54: Über eine Dachluke gelangt sie hinein.
01:24:00: Auf dem Dachboden roch es nach Staub und vergangenen Jahren.
01:24:08: Doch so einfach wie mit dem Ring der alten Frau Rosenthal war es diesmal leider nicht, denn sie wusste nicht, wonach sie suchen sollte.
01:24:26: Als draußen der Morgendämmerte schlich sie wieder nach Hause.
01:24:35: Amalia saß morgens beim Frühstück und blätterte im Notizbuch ihrer Großmutter – da fand sie Ein paar Stichworte.
01:24:50: Es sah so aus, als hätte die Großmutter Aufgaben, die noch zu erledigen sind hier aufgeschrieben.
01:25:00: Da stand Umzug L – Klara's Brief abgeben.
01:25:09: L?
01:25:10: Herr Levine?
01:25:13: Clara hatte ihm also doch geschrieben!
01:25:17: Hatte sie den Brief der Großmütter gegeben damit diese den richtigen Zeitpunkt abwarten konnte Um ihn dann Herrn Levin auszuhändigen?
01:25:31: Ja, so muss es gewesen sein.
01:25:35: Doch wo nur ist der Brief versteckt?
01:25:41: Sie ließ das Notetzbuch sinken und da fiel ein kleiner Briefumschlag heraus – und auf dem Umschlag stand an meinen Vater von Clara.
01:26:02: Amalia konnte den Abend kaum abwarten.
01:26:08: als es dunkel war fand erneut die Verwandlung statt.
01:26:16: Als Katze hüpfte.
01:26:18: Amalia geschickt aus dem Fenster den Brief vorsichtig im Maul, am nächsten Morgen lag er auf dem Küchentisch von Herrn Lewin – noch etwas schlaftrunken öffnete er ihn und war sofort hellwach!
01:26:48: Lieber Vater, lass'er!
01:26:53: Was ich gesagt habe.
01:26:55: Tut mir leid!
01:26:57: Ich hoffe, dass wenn du diesen Brief liest Du bereit bist für eine Versöhnung.
01:27:05: Lass uns miteinander sprechen.
01:27:09: Auf der Rückseite steht meine neue Adresse.
01:27:14: Deine Clara starte auf die feine Schrift.
01:27:28: Seine Hände begannen zu zittern.
01:27:35: Noch am selben Tag ließ er sich zur angegebenen Adresse fahren.
01:27:45: Eine junge Frau öffnete die Tür.
01:27:51: Vater, sagte sie leise und trat aus dem Haus.
01:28:01: Klarer!
01:28:04: Sie sahen einander an – dann öffnette er die Arme Und sie fiel hinein.
01:28:19: In dieser Nacht schlief Amalia tief und fest Und im Traum erschien ihr ihre Großmutter Mit einem glücklichen Lächeln auf den Litten liebte in Glück und Frieden, und nicht selten schlich sie nachts auf leisen Pfoten um die Häuser.
01:29:03: Und wenn sie nicht gestorben ist so lebt sie auch heute noch.
01:29:36: Zwischen Berg-und Tal zwischen Feldern warmem Abendlicht und im stillen Blick auf die Anden liegt der Ort San Fernando Ein ruhiger, beinahe unscheinbarer Ort an dem die Tage leise vergehen doch der für Elisa in diesen Wochen schöner und farbenfroher war als je zuvor.
01:30:29: Elisa war eine junge Frau mit dunklem leicht gewählten Haar das ihr locker über die Schultern fiel.
01:30:42: ihre Augen waren warm Und wenn sie lächelte da nicht schnell, sondern langsam.
01:30:50: So es würde sich etwas in ihr erst sortieren.
01:30:54: Bevor's sichtbar wurde.
01:30:59: an diesem Tag trug sie ein helles Kleid und eine dünne Strickjacke, in die sie sich gemütlich einkuschelte, während sie auf Thomas wartete.
01:31:18: Er war fast einen Kopfgröße als sie hatte dunkles Haar, ein strahlendes Lachen und Hände, die nach Arbeit aus sahen.
01:31:29: Nach Holz, nach Erde, nach Taten drang.
01:31:37: Thomas trug ein helles Hemd!
01:31:40: Die Ärmel hochgekrempelt, eine dunkle Hose – und seine besten Schuhe.
01:31:50: Die beiden hatten sich an einem Samstag kennengelernt in einen kleinen Café nahe des Bahnhofs, wo die Türen sich immer wieder öffneten und schlossen, und mit jedem neuen Gast ein Hauch von Staub Sonne Und neue Geschichten hereinkamen.
01:32:17: Ist hier noch frei?
01:32:19: hatte er gefragt.
01:32:24: Elisa sah auf.
01:32:27: Er gefiel ihr und sie kamen ins Gespräch.
01:32:33: drei Tage später sahn sie sich wider und ihre Begegnungen nahmen einen immer vertrauterin heiteren Rhythmus an.
01:32:47: Im Café bestellten sie oft dasselbe, ohne es abzusprechen.
01:32:54: Sie gingen durch die Straßen, ließen sich Zeit, blieben stehen wo es schön war und manchmal auch dort, wo nichts war – einfach nur um sich zu umarmen, zu küssen und gemeinsam genau richtig zu sein!
01:33:20: Du schaust oft in die Berge sagte Elisa einmal.
01:33:27: Thomas lächelte, ich liebe die Berge!
01:33:32: Ich bin dort aufgewachsen, sagte er ruhig, kam der Tag an dem er gehen musste.
01:33:51: Seine Mutter war krank geworden hoch oben wo die Wege schmal werden und es nur noch wenige Häuser gab.
01:34:03: Elisa und Thomas standen am Bahnhof.
01:34:09: Der Zug kam und in der Luft Lag eine gewisse Unruhe.
01:34:18: Thomas trug an diesem Tag eine dunkle Jacke, die ihm ein wenig zu groß war.
01:34:27: Seine Hände waren warm als er Elisas hielt.
01:34:34: Kann ich dir schreiben?
01:34:36: Gibt es dort eine Adresse?
01:34:39: fragte sie.
01:34:42: Erzögerte Nicht wirklich, meinte er.
01:34:50: Die Post braucht lange.
01:34:54: Weißt du was?
01:34:55: Ich schreibe dir?
01:35:00: Elisa nickte und spürte einen leisen Schmerz.
01:35:09: Thomas stieg ein, der Zug setzte sich in Bewegung.
01:35:30: Als sie abends im Bett lag, dachte sie an ihn.
01:35:36: Sie fragte sich ob er etwas offen lassen wollte?
01:35:42: Warum hatte er ihr nicht die Adresse seiner Mutter geben wollen?
01:35:48: oder war sie vielleicht zu selbstverständlich Von einer tieferen Verbindung ausgegangen als er?
01:35:55: ist hart, es dauerte lang bis sie in dieser Nacht.
01:36:04: In den Schlafsank Louis holte Thomas vom Bahnhof ab.
01:36:21: Er war sein Jugendfreund etwas lauter, etwas schneller mit einem offenen Gesicht und diesem unerschütterlichen Talent selbst aus den kleinsten Dingen eine gute Geschichte zu machen.
01:36:37: Seine Haare waren fast blond, von der Sonne etwas ausgeblechen und er bewegte sich so selbstverständlich durch den Ort als würde er jeden Stein kennen.
01:36:52: Und jeder Stein ihn!
01:36:59: Du hast eine Frau kennengelernt?
01:37:03: fragte Louis während sie zusammen über den kleinen Marktplatz schlenderten auf dem sich das Leben des Ortes sammelte Gemüse stände Stimmen Lachen und der Duft von frischem Brot in erwarmen Luft.
01:37:23: Thomas kaufte ein paar Lebensmittel ein, die er seiner Mutter hinaufbringen wollte.
01:37:32: Er strahlte – Die tollste Frau der Welt!
01:37:38: sagte er.
01:37:42: Darf ich Elisa deine Adresse geben?
01:37:46: Zu meiner Mutter da oben verirrt sich die Post höchstens aus Versehen.
01:37:52: Bei dir im Dorf geht es schneller.
01:37:57: Louis lachte Natürlich Gib ihr ruhig meine Adresse.
01:38:03: Und wenn du schreibst, lad sie doch am Wochenende in die Berge
01:38:07: ein.".
01:38:12: Hatt ich mir auch gedacht!
01:38:14: Aber ich will erst mal sehen wie es meiner Mutter geht", sagte Thomas.
01:38:28: Sie tranken noch einen schnellen Café Conletche im Sophias kleiner Bar – die am Rande des Marktes lag.
01:38:38: Sophia war die jüngere Schwester von Louise.
01:38:44: Sie stand hinter dem Dresden.
01:38:46: Sie war lebensfroh und immer auffällig gekleidet.
01:38:52: Als sie Thomas sah, hältte sich ihr Gesicht auf.
01:38:55: – Thomas!
01:39:00: Sie kam um den Dresen herum und umarmte ihn stürmisch.
01:39:06: Du bist wieder da?
01:39:10: Nur für eine Weile.
01:39:13: Meine Mutter ist krank, sagte er.
01:39:24: der Weg hinauf in die Berge begann gleich hinter dem Dorf zuerst noch breit und offen dann immer schmaler ist die Geräusche des Ortes hinter Thomas verschwanden.
01:39:43: Die Hütte lag etwas abseits, umgeben von wenigen Bäumen, die dem Windstand hielten.
01:39:54: Thomas' Mutter lag im Bett als er eintrat.
01:39:59: Sie wirkte schwach ihr Gesicht schmal.
01:40:05: Er ging zu ihr setzte sich nahm ihre Hand sie presste seine Hand an ihr Gesicht und tat einen tiefen, beruhigenden Atemzug.
01:40:24: Es war gut dass er da war.
01:40:31: Er kochte, reparierte was zu reparieren war und sorgte dafür das alles lief.
01:40:42: Er tat es gerne.
01:40:47: am Abend setzte er sich an den kleinen Tisch am Fenster.
01:40:54: die Luft war kühl geworden.
01:41:04: einen Briefbogen und einen Füllfederhalter, und schrieb ihr einem Brief über seine Ankunft, über Louis, Sophia Spaar, seine Mutter und die Berge.
01:41:28: Er fragte sie, ob sie ihn am Wochenende besuchen wollte?
01:41:36: Dann schrieb er die Adresse von Louis darunter – hier könne sie ihn erreichen!
01:41:49: In dieser Nacht schlief er tief.
01:41:55: Bergluft Liegte sich ruhig um ihn.
01:42:00: Und die letzten Gedanken galten Elisa.
01:42:15: Am nächsten Tag kam Sophia, die Schwester von Louis zu Besuch – sie trug einen Korb bei sich aus dem der Duft von frischem Kuchen stieg.
01:42:33: »Für deine Mutter und natürlich auch für dich« sagte sie.
01:42:41: Thomas und Sophia saßen draußen.
01:42:44: Die Sonne wärmte sie Sie lachten.
01:42:50: Thomas merkte nicht, dass Sophia ihn umschwärmte.
01:42:57: Schon als kleines Mädchen war sie in den gut aussehenden Freund ihres großen Bruders verliebt gewesen.
01:43:07: Für ihn jedoch war sie die kleine Schwester seines besten Freundes – vertraut nah fast wie Familie!
01:43:21: Als sie ging gab er ihr dem Brief an Elisa.
01:43:27: Kannst du ihn unten im Dorf zur Post bringen?
01:43:32: Sie nickte.
01:43:34: Dann steckte sie ihn ein.
01:43:44: Jeden zweiten Tag ging Thomas ins Dorf, auf dem Markt suchte er als erstes Louis.
01:43:54: Jedes Mal fragt er aufgeregt ob Elisa zurückgeschrieben hatte doch Louis schüttelte den Kopf und klopfte seinem Freund auf die Schulter.
01:44:12: abends blickte Tomas oft lange in den klaren Sternenhimmel.
01:44:18: Er vermisste sie.
01:44:25: Währenddessen wurde Elisas Alltag farbloser.
01:44:31: Oft ging sie hinaus auf die Felder, setzte sich ins Gras und blickte hinauf zu den Bergen.
01:44:44: Ihr Kleid bewegte sich leicht im Wind.
01:44:48: Ihre Hände lagen ruhig in ihrem Schoß.
01:44:54: Vielleicht war es nur für mich Besonderes – zwei Wochen vergingen!
01:45:07: Louis war mit seiner Schwester zum Eisessen verabredet.
01:45:13: Als sie kam, hob er sie lachend hoch.
01:45:16: Drehte und wirbelte sie durch die Luft – als wäre sie noch immer das kleine Mädchen von früher, dass darüber laut protestierte und sich doch jedes Mal freute.
01:45:31: »Luis!« rief sie halblachend, halb empört.
01:45:40: in dieser Bewegung glitt etwas aus ihrer Jackentasche ein Brief.
01:45:48: Er fiel zu Boden.
01:45:51: Louis setzte sie wieder ab, bückte sich automatisch und hob dem Brief auf.
01:45:59: Sein Blick blieb daran hängen.
01:46:03: Er kannte die Handschrift.
01:46:07: Langsam sah er auf zu Sophia.
01:46:14: Sie hat es bemerkt – für einen kurzen Augenblick lag etwas in ihrem Gesicht, etwas das nicht zu ihr passte.
01:46:25: Scham!
01:46:30: Sophia seine Stimme war haas.
01:46:37: Sie sah ihn an, dann dem Brief und gestand ohne Ausflüchte, dass ihm nicht bei der Post abgegeben hatte.
01:46:52: Louis städte den Brief ein – und ging!
01:46:59: Er ging zum Bahnhof.
01:47:04: Der Weg dorthin führte an den letzten Häusern vorbei.
01:47:09: Dorthin wurde Ort langsam auslief Und die Landschaft wieder übernahm.
01:47:19: Er sprach Reisende und wartende an Bis er auf eine ältere Frau traf, er redete auf sie ein freundlich und doch etwas hektisch.
01:47:36: Schließlich nickte sie und sagte Ja ich fahre nach San Fernando Ich werde den Brief abgeben ganz sicher.
01:47:47: mein Junge Louis reichte ihr dem Brief und sah ihr nach wie sie langsam in den Zug stieg sich noch einmal umdrehte und ihm kurz zunickte, als hätte sie verstanden wie wichtig dieses kleine Stück Papier war.
01:48:26: Und irgendwo zwischen diesem Moment und dem nächsten Tag fand der Brief endlich seinen Weg zu Elisa!
01:48:43: Die freundliche Frau hatte ihn persönlich bei ihr abgegeben – und ihr von Louis den besten Freund von Thomas erzählt Er habe sie am Bahnhof aufgeregt angesprochen und von einem Missgeschick geredet, dass die Reise des Briefes verzögert hatte.
01:49:04: Dies hat Elisa zwar nicht recht verstanden aber das war zweitrangig.
01:49:10: Thomas hat ihr geschrieben gleich am ersten Abend so wie er es versprochen hatte.
01:49:20: Elisa hielt dem Brief in den Händen.
01:49:23: noch bevor sie ihn öffnete spürte sich schon dass sich etwas in ihr löste.
01:49:35: Als sie las, wurden die Worte zu bildern – zu ihm, zu seiner Stimme, zu seinem Blick und plötzlich war da wieder Farbe.
01:49:57: Ihr Herz schlug schneller!
01:50:02: In feierlicher Stimmung packte sie ihre Sachen und machte sich auf den Weg der Zug vor langsam aus dem Tal hinaus, ließ die weiten Felder zurück.
01:50:26: Die Anden rückten näher.
01:50:35: Schon weiß nicht nur einen ferner Blick, sondern sie war mittendrin.
01:50:45: Während der Zug sich durch die Berge bewegte, saß Elise am Fenster den Brief in den Händen und in ihr war kein Zweifel mehr.
01:51:09: In den Bergen verging die Zeit anders.
01:51:16: Thomas arbeitete mit hochgekrempelten Ärmeln Das Händ leicht geöffnet, hackte er Holz.
01:51:29: Seine Mutter ging inzwischen wieder selbst durch die Hütte – langsam aber sicher!
01:51:39: Sie lächelte oft und wenn sie ihn ansah, dann lag in ihrem Blick etwas ruhiges als wüsste sie das alles seinen Weg finden wird.
01:51:58: Doch in Thomas war es nicht ruhig.
01:52:03: Wenn er innehielt, wenn das Holz gefallen war und der nächste Schlag noch einen Moment warten konnte, dann sah er hinunter ins Tal.
01:52:16: Er dachte an Elisa.
01:52:20: Er stellte sich vor wie sie dort im Café saß – und wie sie vielleicht an ihn dachte oder auch nicht.
01:52:35: Dieser Gedanke tat weh!
01:52:48: Der Ferne bewegte sich etwas zunächst kaum mehr als zwei dunkle Punkte auf dem schmalen Weg die sich langsam näher schoben.
01:53:04: So unscheinbar, dass Thomas sie im ersten Moment kaum beachtete und sich wieder seiner Arbeit zuwandte.
01:53:16: Er setzte den nächsten Schlag – und das vertraute Geräusch des Holzes – halte durch die klare Bergluft.
01:53:32: Irgendetwas ließ ihn nochmal aufsehen… Und diesmal hielt er dem Blick etwas länger... Da kommt Louis!
01:53:48: …und neben ihm.
01:53:51: Er hielt inne.
01:53:53: Elisa, in diesem Moment veränderte sich die Welt um ihn herum so wie sich Licht verändert wenn eine Wolke weiterzieht und alles hell warm und klar wird.
01:54:18: Elis das Holz fallen und legte die Axt ab.
01:54:24: dann trat er vor während Elisa ihm entgegen kam.
01:54:34: Louis blieb stehen um ihnen Raum zu geben.
01:54:42: Ein erleichtertes Lächeln legte sich auf sein Gesicht, als er sah wie sie sich in die Arme schlossen.
01:54:56: Thomas sah sie lange an, als wollte er jeden Zweifel aus diesem Moment entfernen – Du bist hier!
01:55:10: sagte er leise.
01:55:13: Elisa nickte und lächelte.
01:55:19: Er atmete tief durch und mit diesem Atem fiel alles von ihm ab.
01:55:29: Was ich in den letzten Wochen an Unsicherheit angesammelt hatte, lächelte auch er.
01:55:46: Die Berge lagen ruhig um sie herum die Sonne wärmte die Luft und der Wind schien sich zurück zu halten als hätte er verstanden dass dieser Augenblick nur ihnen gehörte.
01:56:11: alles war gut Jolanda und das Haus am Meer.
01:56:53: Es war einmal ein junges Mädchen, namens Yolanda.
01:57:02: Sie war die Tochter eines reichen Kaufmanns und lebte in einer großen lauten Stadt.
01:57:14: Als Kind war Yolando fröhlich, wild- und abenteuerlustig gewesen – doch mit den Jahren verlor sie ihr Strahlen.
01:57:29: Ihr Lächeln wurde schwächer und eine feine Blässe legte sich auf ihr Gesicht.
01:57:40: Die Stadtluft macht sie krank, sagten die Ärzte.
01:57:46: Schickt sie ans Meer!
01:57:49: Dort wird sie gesund werden.
01:57:56: Also ließen ihre Eltern Sie zum Haus ihrer Tante Barbara bringen – ein altes Anwesen am Rande eines kleinen Fischerdorfes.
01:58:17: als der Himmel über dem Meer rot-golden Blüte kam die Kutsche mit Yolanda und zwei Bediensteten an.
01:58:30: Die Diener setzten ihre Koffer vor dem Haus ab, nickten kurz – und fuhren wieder davon!
01:58:41: Yolandr blieb allein zurück vor ihr das große alte Haus umwachsen von Efeu mit klapperten Fensterläden.
01:59:03: An vielen Stellen der Fassade blätterte die Farbe ab und ein Hauch von Einsamkeit machte sich in Yolanda breit.
01:59:19: Sie nahm all ihren Mut zusammen, stieg die steinernden Stufen hinauf und klopfte an – keine Antwort!
01:59:34: Noch einmal nichts.
01:59:40: Gerade wollte sie sich umdrehen, öffnete sich die Tür wie von selbst.
01:59:53: Ein warmer Lichtschein fiel auf sie Und ein Duft nach Vernähe blumen und frischen Brot strömte ihr entgegen.
02:00:10: Drinnen knisterte ein Feuer im Kamin, und eine leise Melodie erfüllte den Raum.
02:00:23: «Komm nur herein, liebes Kind», sagte eine freundliche Stimme.
02:00:31: Yolanda trat zügend ein.
02:00:38: Ein Besen mit rotem Band umschlungen stand in der Mitte des Raumes und verneigte sich tief.
02:00:53: sprach der Besen herzlich.
02:00:56: Die Herrin des Hauses ist abwesend, aber du bist hier herzlich
02:01:01: willkommen.".
02:01:05: Yolanda starte sie an.
02:01:09: Ein sprechender Besen?
02:01:13: Babarella lachte hell.
02:01:16: Nicht nur das!
02:01:18: Wir sind hier alle ein wenig besonders.
02:01:22: Das sind meine Geschwister.
02:01:25: Bapsi der Badespam und dort die Zwillinge Bobby das Kerblech und Billy der Staubwedel.
02:01:35: Wir sind alle flink wie der Wind, manchmal etwas zerstreut aber wir meinen es gut.
02:01:46: Da hüpfte Babsi der Badeschwamm heran Duftend nach Lavende.
02:01:54: Endlich kommt mal jemand rief sie fröhlich.
02:02:01: Bobby machte einen Purzelbaum Billy wedelte Glitzerstaub durch den Raum Und alle begannen zu reden zu wuseln und zu lachen.
02:02:20: Aus einem Schlafzimmer der oberen Etage kam eine Bettdecke herangeschlürft, sie säufzte tief – so viele Jahre!
02:02:35: Endlich wieder Besuch!
02:02:40: Und aus der Küche rief eine zarte Stimme «Hier kommt der Tee!».
02:02:51: Eine runde Teekanne rollte er bei mit goldenem Blütenmuster geschmückt.
02:02:58: Ich bin Mirabella, sagte sie stolz.
02:03:04: Und das sind meine Kinder!
02:03:07: Mimmy die kleine Tasse, Maxi der Teller und Mina die Schüssel.
02:03:14: Wir kümmern uns um dein leibliches Wohl.
02:03:27: Stand ein köstliches Abendessen auf dem Tisch.
02:03:34: Nach dem Essen bereitete Babsi ein duftendes Bad vor.
02:03:45: Und als es Schlafenszeit war, führte die Bettdecke Yolanda in ihr Zimmer.
02:03:53: Legte sich weich über sie und säufzte – endlich wieder ein Mensch der Wärme braucht!
02:04:08: So begann Yolandas Zeit im Haus am Meer.
02:04:19: Mit jedem Tag kam ihre Kraft mehr und mehr zurück und sie fühlte sich wunderbar umsorgt und geborgen.
02:04:33: Oft spazierte sie am Strand entlang, atmete die gute Meerluft ein und beobachtete die Wellen.
02:04:51: eines Tages sah sie dort am Ufer einen jungen Mann der an einem alten Segelschiff arbeitete.
02:05:06: Ich heiße Maurice sagte er schlicht Und ich suche meinen Onkel.
02:05:15: Er verschwand.
02:05:15: vor Jahren ist sein Segelschiff.
02:05:28: Von da an trafen sich Yolanda und Maurice täglich, sie half ihm beim Ölen der Planken und beim Ordnen der Tauhe.
02:05:42: Gemeinsam lauschten Sie dem Wind und den Wellen.
02:05:50: Ihre Bangen bekamen Farbe – und ihr Herz wurde leicht!
02:06:05: An einem Dienstagvormittag ging Yolander zum Markt.
02:06:13: Sie hörte wie die Frauen tuschelten.
02:06:19: Der Prinz ist im Ort und als sie Yolanda sahen, tuschelt sie weiter und sie vergeudet ihre Zeit mit diesem einfachen Bootsbauern.
02:06:35: Dabei kommt sie doch aus einem guten Elternhaus – und seht mal, wie hübsch sie ist!
02:06:44: Yolander beachtete die Tratsche rein nicht, kaufte Obst und Gemüse und ging wieder nach Hause Zum Haus am Meer.
02:07:02: Am Abend saß Yolanda nachdenklich am Kamin, da kam Barbarella angewirbelt und Yolandar nahm all ihren Mut zusammen um nach der Wahrheit und nach der Geschichte dieses Hauses zu fragen.
02:07:29: Der Besen senkte die Borsten und sprach leise.
02:07:36: Ich bin in Wirklichkeit eine tante Barbara.
02:07:42: vor vielen Jahren liebte ich einen Mann, dem Bruder des Königs.
02:07:48: Doch eine böse Fee begehrte ihn selbst.
02:07:54: Aus Eifersucht belegte sie mich und mein Haus mit einem Fluch – und meinen Geliebten verwandelte sie in eine Muschel.
02:08:06: Sie warf die Muschell weit hinaus in die Wellen.
02:08:11: Nur wenn der Muschl gefunden und heimgebracht wird, kann er Zauber enden… Und dann säufze sie!
02:08:26: Ich werde sie suchen, sagte Yolanda.
02:08:32: Und am nächsten Tag erzählte sie alles Maurice.
02:08:41: Er sah sie lange an.
02:08:46: Dann ist dieser Mann mein Onkel, sagte er leise.
02:08:53: Darum ist der verschwunden.
02:08:55: Lass uns zusammen nach der Muschel suchen!
02:09:03: Tag für Tag suchten Sie den Strand ab.
02:09:08: Sie suchten zwischen Steinen und Felsen in Muschellbänken und Algen.
02:09:21: Eines Abends, als das Meer ganz still war, sahen sie zwischen den Steinen eine große helle Muschel liegen.
02:09:34: Sie schimmerte wie die schönsten Perlen.
02:09:40: Yolanda hob sie auf!
02:09:47: Als sie sie ans Ohr hielt, rauschte es ein feines Flüstern Sprach.
02:09:58: Binderbruder des Königs, ihr habt mich gefunden.
02:10:05: Der Zauber endet wenn Liebe und Wahrheit sich begegnen.
02:10:15: Yolanda blickte Maurice an, und jetzt erst verstand sie und sagte – Du bist der Prinz!
02:10:27: –.
02:10:30: Maurice nickte.
02:10:33: Ich wollte kein Prinz sein, solange mein Onkel verloren war.
02:10:39: Aber da ist noch etwas ich liebe dich mehr als Rang Und mehr als die Krone.
02:10:54: Ihr Herz schlug höher Und sie gingen gemeinsam zum Haus am Meer.
02:11:05: Als sie die Muschel vor die Tür legten, begann das Haus zu beben – ein warmer Wind erhob sich!
02:11:17: Die Fensterläden flogen auf, Licht flutete hinaus und die vertrauten Stimmen nahmen wieder Menschengestalt an.
02:11:34: Barbarella der Besen stand in Gestalt von Yolanda's Tante Barbara vor ihnen schön Würdevoll mit leuchtenden Augen und in der Tür erschien ein Mann, Mit silbergrauen Haaren und einem warmen Lächeln.
02:12:00: Mein geliebter flüsterte Barbara.
02:12:05: Sie fielen einander in die Arme.
02:12:10: Das Haus erstrahlte im neuem Glanz.
02:12:16: Barbaras Geschwister Und auch Mirabella, Mimi, Maxi und Mina wurden wieder Menschen.
02:12:26: Die Bettdecke, die in Wahrheit eine alte Wäscherin war, breitete ihre Arme aus und rief.
02:12:35: Endlich alle wieder da!
02:12:42: Maurice nahm Yolanda's Hand und bald darauf wurde Hochzeit gefeiert was mehr rauschte.
02:13:00: Die Sterne funkelten – und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie auch heute noch.
02:13:44: das Hotel Am Mondsee war einmal ein großes altes Hotel, das direkt an einem stillen See lag.
02:14:07: Wenn morgens der Nebel über dem Wasser schwebte, konnte man das Hotel kaum erkennen – dann sah es aus als würde es auf den See treiben wie ein großes ruhiges Schiff.
02:14:31: Wald hinter dem Hotel begann der Wald.
02:14:37: Hohe Tannen standen dort dicht nebeneinander.
02:14:42: Und wenn der Wind durch ihre Äste strich, klang es manchmal wie ein leises Flüstern.
02:14:50: – das Hotel Amonzee war weit bekannt.
02:15:04: Geschäftsleute kamen von weit her angereist und wohlhabende Familien verbrachten dort ihre Wochenenden.
02:15:17: Manche Gäste kehrten jedes Jahr zurück weil sie sagten Nirgendwo könnte man so ruhig schlafen, wie dort am See.
02:15:39: Das Hotel gehörte Elias Frank.
02:15:45: Elias war ein angesehener Mann.
02:15:50: Er trug meist dunkle Hemden, sprach ruhig und höflich – und wusste immer genau was zu tun war.
02:16:06: Er kümmerte sich um alles, um den Empfang das Küchenpersonal, die Abrechnungen.
02:16:16: Die Einkäufe und darum, dass die vielen Lampen am Steg abends pünktlich leuchteten.
02:16:31: Die Menschen mochten Ilias Frankseer aber nur wenige merkten, daß etwas in ihm still geworden war.
02:16:43: Seit vielen Jahren lebte der verwittbete Iliias allein Mit seiner Tochter Carla, Carla war zehn Jahre alt und sie liebte das große Haus am See.
02:17:04: Gleichzeitig fühlte sie sich manchmal jedoch darin wie ein Vogel in einem goldenen Käfig.
02:17:14: Sie durfte nicht allein in den Wald, nicht alleine ans Wasser, nicht zu weit weg vom Hotel.
02:17:25: Es ist so gefährlich sagte Elias.
02:17:29: dann aber Paula glaubte manchmal, dass ihr Vater vor etwas ganz anderem Angst hatte.
02:17:43: Oft saß sie an ihrem Fenster und blickte hinaus zum Wald.
02:17:53: Dort zwischen den dunklen Tannen funkelte manchmal ein kleines Licht – dann dachte sie ein Maren.
02:18:09: Maren lebte in einem kleinen Haus am Waldrand.
02:18:16: Sie war eine der Lieferantinnen.
02:18:22: Ein oder zweimal in der Woche kam sie ins Hotel und brachte duftende Kräuter, Gläser mit Honig, selbstgemachte Marmeladen, Waldbeeren und Blumen.
02:18:41: Wenn Maren das Hotel betrat, veränderte sich die Stimmung sofort.
02:18:48: Die Köche lachten mehr – die Angestellten wirkten fröhlicher auch!
02:18:57: Die Gäste waren plötzlich gelassener und entspannter.
02:19:06: Maren selbst war ganz anders als alle Menschen, die Carla sonst kannte.
02:19:14: Sie sprach mit den Köchen, als wären sie alte Freunde.
02:19:19: Sie hatte manchmal Erde an den Händen oder Marmeladenflecke auf den Ärmeln.
02:19:28: Einmal fiel ihr mitten in der Eingangshalle ein ganzer Korb Äpfel herunter – rollten in alle Richtungen davon.
02:19:45: Na toll, sagte Maren und stemmte die Hände in die Hüften.
02:19:53: Jetzt haben wohl die Äpfel beschlossen endlich frei zu leben.
02:19:59: sogar der strenge Küchenchef musste daraufhin lachen.
02:20:05: nur Elias reusperrte sich leicht und sagte vielleicht sollten sie in Zukunft kleinere Körbe verwenden.
02:20:19: auch Carla sah genau dass ihr Vater dabei rote Wangen bekam.
02:20:27: Immer war das so!
02:20:29: Sobald Marin da war, wirkte Elias plötzlich jünger und jedes Mal wenn Marin wieder ging wurde er strenger.
02:20:49: Eines Abends saß Carla mit ihrem Vater allein im Speisesaal.
02:20:57: draußen stand der Mond über dem See.
02:21:04: Papa fragte Carla vorsichtig Magst du Maren?
02:21:18: Elias verschluckte sich beinahe an seinem Tee.
02:21:23: Natürlich mag ich Maren, sagte er schnell.
02:21:28: Alle mögen sie – aber du magst sie mehr!
02:21:37: Elias stellte seine Tasse etwas zu hastig ab.
02:21:44: Maren lebt anders als wir, sagte Erruch.
02:21:50: Sie ist freundlich… Aber nun ja ein wenig zu
02:21:56: chaotisch.".
02:21:59: Das passt nicht zu uns.
02:22:02: Sie beliefert uns mit wunderbarer Ware, aber sie bringt zu viel
02:22:10: durcheinander.".
02:22:16: Carla spiegt.
02:22:20: Ich kann verstehen das du sie magst!
02:22:23: Aber komme nicht auf dumme Gedanken, fügte Elias hinzu.
02:22:34: Carla hatte das Gefühl, dass ihr Vater Angst davor hatte, dass zuviel von Marins Freiheit in ihr Leben gelangen könnte….
02:22:48: In den nächsten Wochen dachte Carla oft darüber nach.
02:22:57: Doch je mehr ihr Vater versuchte, Carla von Maren fernzuhalten, desto neugieriger wurde das Mädchen bis sie eines Nachmittags heimlich das Hotel verließ.
02:23:22: Der See lag an diesem Tag still zwischen dem Bergen.
02:23:29: Carla lief den kleinen Weg entlang vorbei am Bootshaus und hinein in den Wald.
02:23:45: Je tiefer sie ging, desto ruhiger wurde es!
02:23:53: Es begann zu nieseln – und ein wunderbar herber- und erdiger Waldduft entfaltete sich.
02:24:07: Dann entdeckte sie zwischen den Tannen ein kleines Haus.
02:24:17: Vor der Tür standen Kräutertöpfe an einem Zaun Hingen Bündel aus Lavendl und getrockneten Blumen, Und aus dem Schornstein stieg Rauch auf.
02:24:38: Carla klopfte vorsichtig.
02:24:43: Kurz darauf öffnete Marin die Tür.
02:24:50: »Kala!«.
02:24:53: Zuerst sah sie überrascht aus – dann lächelte sie warm.
02:25:00: »Bist du wirklich allein hierher gelaufen?«.
02:25:05: Carla nickte.
02:25:08: »Hinein mit dir!« sagte Marin fröhlich.
02:25:13: Heute ist eindeutig Wetter für heiße Schokolade, warme Socken und mindestens drei Marmeladenbrote.
02:25:26: Im Haus war es warm und gemütlich auf dem Herd dampfte heiße schokolade.
02:25:37: Überall standen Pflanzen und es duftete nach frischem Brot.
02:25:47: Carla fühlte sich sofort wohl!
02:25:53: An diesem Tag zeigte Maren ihr wie man Kräuter trocknet, wie man Bären einkocht und woran man erkennt ob der Honig gut gelungen ist.
02:26:08: Und?
02:26:09: Woran erkennt man das?
02:26:12: fragte Carla neugierig.
02:26:16: Maren nahm einen Löffel Honig und probierte ihn.
02:26:20: dann schloss sie feierlich die Augen wenn man beim Probieren kurz vergisst dass draußen schlechtes Wetter isst.
02:26:34: Carla musste lachen.
02:26:39: von da an Besuchte sie Maren öfter, heimlich.
02:26:47: Sie sammelten Waldbeeren, fuhren mit einem kleinen Boot über den See, backeten Brot und manchmal saßen sie einfach vor dem Haus und hörten den Wind in den Tannen zu.
02:27:11: Kala fühlte sich frei!
02:27:16: Doch jedes Mal wenn sie zurück ins Hotel kam rügte sie ihr Vater Du darfst nicht ständig allein draußen sein.
02:27:28: Aber warum?
02:27:30: Weil Elias stockte, dann sagte er nur, weil ich das nicht möchte.
02:27:43: Carla verstand ihn nicht und irgendwann begann sie zu glauben dass ihr Wunsch niemals in Erfüllung gehen würde.
02:27:56: vielleicht würde Ihr Vater immer alleine bleiben.
02:28:10: wenn Sie nachts im Bett lag Dachte sie sich Geschichten aus.
02:28:17: Geschichten, in denen sie zusammen mit ihrem Vater und Marin durch den Wald spazierte.
02:28:29: Dann schlieb sie tief und fest ein – mit einem Lächeln auf ihren Litten!
02:28:53: Wochen später stand das große Sommerfest des Hotels vor der Tür.
02:29:01: Überall waren Blumen.
02:29:05: Kinder liefen lachend durch den Garten.
02:29:10: Am Abend spiegelten sich hunderte kleine Lichter im Wasser des Sees.
02:29:20: Maren half in der Küche, sie schmückte die Tische mit Blumen und erzählte fröhliche Geschichten.
02:29:31: Die Köche lachten – und selbst Elias schmunzelte.
02:29:40: später am Abend begann es leicht zu regnen!
02:29:48: Die Gäste gingen langsam hinein.
02:29:54: Carla Saß auf der Marmortreppe vor dem Hotel und beobachtete ihren Vater.
02:30:07: Er stand unten am Steg, Marin neben ihm – sie redeten leise miteinander.
02:30:18: Dann zog Elias etwas aus seiner Manteltasche hervor.
02:30:25: Marin sah überrascht aus.
02:30:30: Elias wirkte nervös, erreichte es ihr und sie umarmte ihn.
02:30:41: In diesem Moment wurde Carla klar, ihr Wunsch war längst in Erfüllung gegangen.
02:30:56: Nicht erst heute Abend – vielleicht schon an dem Tag als Maren zum ersten Mal mit Blumen, Beeren und Kräutern durch die Tür des Hotels gekommen war und ihr Vater begonnen hatte wieder zu lächeln und während unten am See Leise das Wasser gegen den Steg klang, freute sich Carla.
02:31:35: Denn manchmal erfüllen sich Wünsche nicht mit einem großen Zauber.
02:31:42: Manchmal kommen sie ganz leise Schritt für Schritt wie jemand der den Waldweg entlang geht und Blumen in den Händen trägt – man weiß ja nie!
02:32:32: Es gibt Städte die erscheinen klein und unscheinbar auf der Landkarte.
02:32:40: In den Herzen der Menschen, die einmal dort zu Hause waren sind sie jedoch für immer groß und bedeutend – nicht alle Städte haben das!
02:32:54: Manche sind laut und ungeduldig und wollen immer dass man bleibt oder geht oder sich endlich entscheidet.
02:33:06: Manche schlafen nie, manche schlafen zu viel Und manche sehen aus, als würden sie schlafen.
02:33:18: Sind aber wach und warten.
02:33:23: diese Stadt?
02:33:25: Wartet!
02:33:28: Sie liegt an einem breiten Fluss über den sich eine alte steinerne Brücke spannt.
02:33:37: Ihre Gassen sind schmal, ihre Häuser alt und hoch über den roten Dächern erhebt sich ein Dom der schon viele Generationen kommen und Gehen gesehen hat.
02:34:00: In dieser Stadt ist Lena aufgewachsen, vor drei Jahren hatte sie sie dann verlassen, denn damals war es überzeugt gewesen dass ihr Leben woanders auf sie wartet in einer größeren Stadt weit im Norden.
02:34:24: dort wurde Wind nach Hafenroch und Möwen selbst an grauen Tagen so klangen als hätten sie gute Laune.
02:34:37: Mit einem großen Koffer und noch größeren Plänen war sie fortgegangen.
02:34:48: Ihre damalige Mitbewohnerin Fee hatte geweint, ich weine nicht, hatte sie gesagt während sie beinte Ich bin nur kurz allergisch.
02:35:06: Wogegen?
02:35:08: hatte Lena gefragt Gegen Abschiede.
02:35:17: das Telefongespräch in dem Fee ihr erzählte dass sie heiraten würde hatte genau drei und fünfzig Minuten gedauert.
02:35:28: Davon sprach ungefähr achtundvierzig Minuten lang Fee.
02:35:34: Er heißt Jonas, Jonas Brauer.
02:35:39: Ist das nicht ein schöner Name?
02:35:42: Brauer!
02:35:43: Wie jemand der Bier braut.
02:35:46: Er braut aber kein Bier.
02:35:49: Er macht Architektur Aber trotzdem findest du nicht?
02:35:56: Lena lachte.
02:35:59: Fee lachte ebenfalls Und dann redete sie weiter.
02:36:05: Über Blumen, über Tischkarten, über einen Konditor der plötzlich verschwunden war, über eine Tante die unbedingt ein Lied singen wollte und irgendwann sagte sie – Du kommst doch zur Hochzeit oder?
02:36:25: Du bist meine Trauzeugin!
02:36:27: Das ist keine Frage du bist es und du hältst eine Rede.
02:36:35: Ich halte eine Rede fragte Lena.
02:36:41: Ja, eine schöne.
02:36:46: Stille, leiser und Lena, komm doch bitte ein paar Tage früher ja?
02:36:59: Man weiß ja nie, wozu man die Zeit noch
02:37:01: braucht.".
02:37:05: Lena schüttelte lächelnd den Kopf.
02:37:08: Das war typisch für Faye.
02:37:11: Faye sagte oft, man weiß ja nicht.
02:37:16: Deshalb hatte sie immer Pflaster dabei Immer Taschentücher Immer einen Regenschirm und vor allem Batterien.
02:37:29: Überall hatte sie Batterien in Schubladen, in Körben, in Jackentaschen sogar einmal im Kühlschrank.
02:37:40: Wofür brauchst du die alle?
02:37:43: Hat Delena Sie früher gefragt.
02:37:47: Man weiß ja nie!
02:37:49: Was weiß man
02:37:50: nie?!
02:37:52: Naja ob man sie braucht mehr Erklärung bekam man selten Funktionierte diese Antwort erstaunlich oft.
02:38:14: Eine Woche später stieg Lena aus dem Zug, ihre Mutter war für zwei Wochen verreist und hatte ihr den Wohnungsschlüssel hinterlegt.
02:38:28: Mach es dir gemütlich!
02:38:30: Du kennst dich ja aus, hatte sie gesagt.
02:38:39: Lena zog ihren Koffer über die Pflastersteine – die Räder-Hollbutton.
02:38:47: Es klang ein bisschen zu laut Für die kleine Straße, die in die Altstadt führte.
02:38:57: Vor der Bäckerei blieben ihre Füße einfach stehen – so wie sie es früher immer getan hatten.
02:39:08: Durch die Scheibe schimmerte das warme Licht und Lena sah die Bleche mit den goldenen Brötchen.
02:39:22: Sie öffnete die Tür.
02:39:25: Grüß Gott!
02:39:28: rief ihr die Bäckerin entgegen.
02:39:33: sagte Lena, einen Roggenleib bitte und zwei Semmeln mit Mon.
02:39:45: Lena nahm die Tüte und als sie die Bäckerei verließ spürte sie etwas das sie schon lange nicht mehr gespürt hatte eine zarte euphorische Leichtigkeit.
02:40:08: Als Lena die Tür im ersten Stock des alten Hauses aufschloss empfing sie der vertraute Geruch Der alten Holzdelen.
02:40:21: Im Wohnzimmer blickte sie nach oben an die Decke, da war es noch immer das uralte Deckengemälde – Die verblassten Rosen und die blauen Wolken und das kleine Rosengesicht.
02:40:41: Es schaute noch immer ein wenig schief.
02:40:45: »Na?« sagte Lena.
02:40:50: Das Gesicht antwortete nicht aber es wirkte als hätte es sie erkannt.
02:41:01: Lena hatte sich ein leeres Notizbuch am Bahnhof gekauft.
02:41:07: Dort hinein wollte sie ihre Rede für die Hochzeit schreiben, sie legte das Büchlein auf den Tisch am Fenster, schlug es auf, nahm einen Stift und schrieb «Rede Für Fee» – weiter kam sie nicht!
02:41:37: Am nächsten Morgen, bevor sie Fee und Jonas besuchte Saß sie am Fenster in der Küche, trang ihren Kaffee und beobachtete das bunte Treiben unten in der Gasse.
02:41:56: Da war der alte Mann wieder mit dem Dackel, der jeden Morgen um halb neun vorbeikam.
02:42:05: Er ging immer in dieselbe Richtung – immer der Dacke voran!
02:42:13: Und da waren die zwei Herren vor dem Kaffe, großer Ernsthaftigkeit Schach spielten, als hänge etwas sehr Wichtiges davon ab.
02:42:30: Da waren die Tauben auf dem Kirchturm, die immer schon kurz vor den Blockenleuten aufflogen – das Leben der Stadt hatte seinen eigenen Rhythmus.
02:42:47: Lena hatte ihn früher nicht bemerkt, doch jetzt nahm sie ihn wieder auf wie eine bekannte Melodie, die man unbemerkt
02:43:02: mitsummt.".
02:43:10: Sie nahm ihr Notizbuch zur Hand und schrieb ein paar Gedanken auf, um sie festzuhalten.
02:43:19: Geruch von frischen Semmeln, Domglocken und Tauben, Mann mit Dackel- und Schachspieler im Café – als sie die Wohnung verließ, begegnete ihr Frau Reiter.
02:43:47: Frau Reitor wohnte auf derselben Etage wie Lenas Mutter.
02:43:53: Sie trug immer eine Strickjacke, egal welche Jahreszeit war.
02:44:01: Und sie hatte eine Art Menschen anzuschauen die freundlich war und gleichzeitig sehr direkt so dass man manchmal das Gefühl hatte, sie sehr etwas, dass man selbst gerade übersehen hatte.
02:44:20: Lena!
02:44:22: Frau Reiter du bist zurückgekommen Meine alte Freundin Fee heiratet, erzählte Lena.
02:44:35: Ich bin Trauzeugen und ich muss eine Rede halten!
02:44:40: Ich weiß allerdings noch nicht was sich sagen
02:44:43: soll.".
02:44:46: Frau Reiter nickte so wie jemand nickt dem das bekannt vorkommt.
02:44:55: Man weiß ja nie wozu etwas gut ist, sagte sie.
02:45:01: dann.
02:45:04: der Umweg die Pause Auch das nicht wissen.
02:45:12: Sie gingen gemeinsam die Treppe hinunter.
02:45:17: Unten angekommen, sagte Frau Reiter Die Wohnung über mir wird übrigens im Herbst frei.
02:45:30: Die mit dem tollen Ärgerfenster fragte Lena Genau die, sagte Frauen Reiter Und dann?
02:45:45: Ich habe Zwetschendachi gemacht.
02:45:47: Dem bring ich dir morgen vorbei.
02:45:50: Dann hab einen schönen Tag Und grüß fehl schön von
02:45:54: mir.".
02:46:00: Am Nachmittag lernte Lena Jonas besser kennen.
02:46:05: Bisher hatte sie ihn nur flüchtig gekannt, jetzt stand er zwischen Blumen, Kartons halb aufgebauten Tischen und versuchte eine Lichterkette zu entwirren – mit bäßigem Erfolg.
02:46:23: Lena nahm ihm den verknoteten Ballen ab.
02:46:27: Einen Moment schwiegen.
02:46:28: sie dann fragte Ist Faye eigentlich immer schon so gewesen?
02:46:37: Wie fragte Lena, da sie sich immer um alle kümmert.
02:46:46: Lena lachte Ja!
02:46:49: Schon immer.
02:46:52: Jonas nickte langsam.
02:46:56: Dann hoffe ich, dass sie irgendwann merkt, dass er nicht mehr alles allein machen muss.
02:47:05: Lena sah ihn an und dachte ja das ist gut.
02:47:19: die Hochzeit fand in einem alten Gasthof statt, mit getäffelter Decke und viel zu vielen Blumen.
02:47:30: Es war wundervoll!
02:47:32: Nicht perfekt, denn eine Blumenweise fiel um – der Sänger vergaß den Text?
02:47:39: Die Hochzeitstorte kamen zwanzig Minuten zu spät aber Fee strahlte den ganzen Tag Und Jonas ebenfalls.
02:47:57: als es Zeit für Lenas Rede war Stand sie auf.
02:48:03: Sie reusperrte sich.
02:48:07: Fe, sagte sie, vergisst sich selbst – stille!
02:48:16: Sie vergisst ihren Personalausweis zu verlängern?
02:48:20: Sie vergißt ihr Handy-Update?
02:48:22: Sie vergisst Ihren Zahnarztermin?
02:48:26: Sie vergeht früh genug aufzuhören für andere zu sorgen damit auch noch etwas für sie selbst übrig bleibt?
02:48:35: Jemand lachte leise aber sie vergisst nie wenn du zuletzt geweint hast.
02:48:43: Sie vergisst nie, dass du keinen Zucker im Kaffee magst!
02:48:48: Sie vergest nie dir um drei Uhr nachts einen Tee zu bringen.
02:48:52: ohne zu fragen ob du einen willst – fehlächelte und hielt Jonas Hand ein bisschen fester Und in ihrer Wohnung vor Lena fort gibt es überall Batterien In jedem Schrank, in jeder Schublade Gelächter.
02:49:17: Ich habe lange nicht verstanden, wofür.
02:49:21: Jetzt glaube ich – ich verstehe es!
02:49:26: Fee hat Angst vor der Dunkelheit und zwar vor der, die man nicht vorhersehen kann, vor dem Moment wenn das Licht ausgeht und man nicht vorbereitet ist.
02:49:43: Weil sie nie zuerst an sich selbst denkt, hat sie sich auf ihre Weise trotzdem gekümmert für alle Fälle weil ….
02:49:54: Man weiß ja nie….
02:50:00: Lena sah fäh an, fäh sah aus als würde sie gleich wieder allergeschwerden.
02:50:09: Jonas du hast ihr gesagt dass du lernen möchtest was sie braucht und das war das klügste was du hättest sagen können.
02:50:21: denn das heißt ich sehe dich Ich denke an dich Du musst nicht mehr länger alles alleine tragen.
02:50:32: Lena sah das Brautpaar an!
02:50:37: Ich wünsche euch dass ihr euch gegenseitig Batterien kauft und das ihr nie im Dunkeln sitzt.
02:50:51: Später, nachdem getanzt, gegessen und geredet worden war, saßen Lena und Faye vor dem Gasthaus – die Nacht war mild!
02:51:03: Die alten Gassen lagen still da.
02:51:07: nur die Laternen warfen ihre goldenen Kreise auf das Plaster.
02:51:15: Faye sagte Ich habe gewusst, dass du kommst.
02:51:21: Du hast mich eingeladen sagte Lena.
02:51:27: Nicht das, fäh schüttelte den Kopf.
02:51:32: Ich meine – dass du zurückkommst!
02:51:38: Fäh lehnte ihren Kopf gegen Lenas Schulter.
02:51:43: Ich bin froh, dass ich da bin.
02:51:48: Ich auch, sagte Fäh.
02:51:56: In den nächsten Tagen schrieb Lena wieder in ihr Notizbuch nicht über die Rede, die war ja längst gehalten sondern über die Stadt, über den Fluss Die Glocken, die Menschen.
02:52:16: Ab und zu trank sie mit der Nachbarin Frau Reiter Kaffee.
02:52:22: Sie sprachen über das Wetter, über Reisen, über alte Häuser Und irgendwann sagte Frau Reitor Manchmal muss man dem Leben erlauben einen zu überraschen.
02:52:40: Lena dachte darüber nach.
02:52:49: abends saß sie am Fenster Der Dom ragte in den Sternenhimmel Irgendwo läuteten Glocken.
02:53:02: Lena dachte an Fee, an Jonas, an Frau Reiter und die Wohnung mit dem Erkerfenster.
02:53:17: Ob sie sie nehmen würde, wusste sie nicht.
02:53:21: Ob Sie bleiben würden?
02:53:23: Wusste sie ebenfalls nicht!
02:53:27: Vielleicht würde sie zurück in den Norden fahren... ...und würde im Winter erst wiederkommen.
02:53:35: Vielleicht würde aber auch alles ganz anders werden….
02:53:43: Früher hätte sie das beunruhigt, jetzt nicht mehr.
02:53:49: Man weiß ja nie, dachte Lena.
02:53:56: Für Faye hatte dieser Satz immer bedeutet auf alles vorbereitet zu sein – Auf Regentage, auf Stromauspelle, auf Alles was passieren konnte.
02:54:14: Lena lächelte.
02:54:17: Vielleicht war das ungewisse gar keine Gefahr?
02:54:25: Sie sah noch einmal auf die stille Gasse hinunter.
02:54:30: Dann schloss sie ihr Notizbuch und ging schlafen.
02:54:45: Ich wünsche dir eine gute Nacht, einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume!
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